Bloggeburtstag
Gedankenkultur

Happy Birthday! Ein Jahr mit dem Kulturblazer

Werbung, unbeauftragt.

Lieber Kulturblazer,

erstmal wünsche ich dir alles, alles Liebe zu deinem ersten Bloggeburtstag! Den tatsächlichen Tag weiß ich, ehrlich gesagt, gar nicht mehr so genau. Macht mich das zu einer Rabenbloggerin? Egal. Irgendwann im November 2018 hatte ich jedenfalls den Mut, den Wartungsmodus abzuschalten und du warst online. Ein Jahr bist du nun also alt. Ein Jahr, in dem du ziemlich gewachsen bist. Gewachsen um Beiträge, die meine Gedanken, Gefühle und Ideen zu der jeweiligen Zeit spiegeln. Gewachsen um Fotos, die besondere Momente festhalten. Gewachsen um Kommentare von lieben Menschen, die ich durch dich kennen gelernt habe und die sich Zeit nehmen, unsere Inhalte wertzuschätzen. Gewachsen um einen Pinterest- und einen Instragram-Account, obwohl ich mich mit letzterem nicht so leicht getan habe. Und es dank dir trotzdem einfach gemacht habe.

Vor einem Jahr habe ich gedacht, einen Blog zu starten, das wäre echt fein. Selbst Herrin über Texte, Layout, Fotos und alles andere drumherum zu sein, eigenen Gedanken Raum zu geben. Aber wäre es auch nötig? Gibt es nicht schon 238.923 Blogs zu jedem Thema? Vor allem zu den Themen, die ich vorrangig spannend fand: Mode, Reisen und Literatur? Reicht es nicht, einfach nur in mein analoges Notizbuch zu kritzeln? Fast hätte ich gar nicht erst angefangen. Ich hätte aufgehört, bevor es dich überhaupt gegeben hätte.

Kultivierte, digitalisierte Egozentrik

Wen interessieren egozentrische Gedanken von einem weiteren Mädel der Generation Y, die ja sowieso angeblich nie weiß, was sie will und sich nicht auf irgendwas oder irgendwen dauerhaft committen will. Noch dazu würdest du im ständigen Vergleich zu allen anderen Blogs stehen, die schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten online sind. Da sind Blogger, die ich selbst sehr schätze, die sich über Jahre eine große Community aufgebaut haben. Die sehr viel mehr Zeit in hochprofessionelle Fotos stecken, fast täglich neue Beiträge posten und ihre Social-Media-Kanäle ganz anders bespielen.

Doch je länger ich über dich nachdachte, desto mehr merkte ich, dass es mir egal ist, ob du Blog Nr. 238.924 wärst. Oder dass unsere Fotos wohl nie die perfekt bearbeiten Bilder sein werden. Dass es bei uns nicht jeden Tag oder sogar nicht unbedingt jede Woche einen neuen Beitrag gibt. Und weißt du, wieso mir das egal war? Es war mir egal, weil du mein Blog sein würdest, auf dem ich mich so austoben kann, wie ich es möchte.

Ah, das ist es wieder! Mein, ich, Ego überall. Bist du ein Produkt meines Egos? Vielleicht. Aber ist das nicht jeder persönliche Blog irgendwie? Und ist das so schlimm? Ist das nicht der Antrieb, den viele von uns haben? Unsere eigene Sicht der Dinge zu beschreiben, einfach, weil Schreiben ein tolles Hobby ist? Und dann ist es im allerbesten Falle sogar so, dass auf der anderen Seite des Wortes jemand steht, es liest und denkt „Ach, guck. Da geht es noch jemandem so.“ Und mag es auch nur eine Person sein, die auf der Suche nach Unterhaltung, Information, Austausch, Erfahrungswerten hier gelandet ist.

Wenn du mir dabei hilfst, diese Person zu finden und ihr vielleicht bei einer Sache weiterzuhelfen oder sie einfach nur zu unterhalten – dann machen wir beide unsere Sache doch schon nicht soo schlecht. Immerhin ging es mir bei den Blogs, die ich gerne lese, genauso. Also beschloss ich, es einfach zu versuchen, mit dir und mir.

Thomas Edison knows best

Ich habe schon immer gerne geschrieben: Kurzgeschichten, Theaterstücke, Gedichte, Tagebuch. Vielleicht hätte ich das Hobby auch zum Beruf gemacht, aber irgendwie war mir die Jobsituation als Journalistin (oder anderen Berufen aus dem Bereich) immer zu unsicher. Damals waren mir andere Dinge wichtiger. Daher dachte ich: Ein Blog wäre die ideale Basis, mich auszudrücken, ohne den Druck dahinter zu haben, damit mein Leben finanzieren zu müssen – was für ein Luxus! Also begann ich, mich mit dem Thema Blog auseinander zu setzen. Rückblickend gibt es ein Zitat, was ich erst vor kurzem das erste Mal gelesen habe, das meinen damaligen Gedankenzustand aber ganz gut auf den Punkt bringt:

Es ist besser, unvollkommen anzupacken, als perfekt zu zögern.

Thomas Edison

Ich dachte nämlich immer, du musst erst perfekt aussehen, perfekte Fotos und perfekte Inhalte haben, bevor ich dich in die Welt freilassen kann. Ich wollte direkt von Anfang an alles richtig und perfekt machen, statt mir und dir zuzugestehen, dass wir viele Dinge auch erst auf uns zulassen kommen sollten.

Du warst (und bist!) für mich sehr kostbar, denn bei dir offenbare ich auch einen Teil meiner Persönlichkeit. Ich setzte dich mit jedem Foto und jedem Beitrag Bewertungen aus, ob uns diese erreichen oder nicht. Am Ende des Tages bereuen wir doch nur die Dinge, die wir nicht getan haben. Es gibt sicherlich gewichtigere Entscheidungen im Leben als die, ob man einen Blog startet oder nicht. Aber am Ende dachte ich: Ach komm, jetzt, wo du schon so in meinem Kopf als Idee rumspuckst, why not. Also los.

Am Anfang vieler Blogs steht oft ein anderer Blog

Somit habe ich (wochenlang!) die verschiedensten Aspekte rund um dich recherchiert, ausgearbeitet und durchdacht: Vom Hosting über Technik, Server, Struktur, Themeauswahl, rechtlichen Rahmenbedingungen (ein Impressum, auch noch öffentlich im Internet!) und wie das überhaupt alles so läuft. Dabei geholfen haben mir, oh Wunder! andere Blogs. Und auch andere Blogger. Meine allerliebsten Blogger habe ich angeschrieben und es haben sich etwa Neele von justafewthings und Lisa von Blogger Bazaar die Zeit genommen, mir zu antworten und mir Tipps und Unterstützung gegeben. Das ist sicherlich nicht alltäglich und hat mich total motiviert, dich in die Welt zu holen.

Und natürlich brauchtest du auch einen Namen! Dein Name sollte etwas bedeuten, aber mir auch Raum geben, mich zu entfalten. Er sollte etwas mit Mode zu tun haben, ohne die Thematik zu sehr darauf einzuschränken. Und da ich Blazer schon ziiiemlich gut und als Kleidungsstück total unterschätzt finde, musste der Begriff irgendwie auftauchen. Nach einigen hin-und hergeworfenen Ideen kam der Name zu uns und nach der Prüfung, dass er noch frei war, war klar: So wirst du heißen. Kulturblazer. Nach wie vor finde ich, der Name steht dir ziemlich gut 🙂

Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit

Das wusste schon Hape Kerkeling in seiner Rolle als Paartherapeutin Evje van Dampen. Und auch mit uns ist es nicht immer einfach, denn gerade in der letzten Zeit sind wir etwas auseinander gedriftet, denn andere Dinge waren mir erstmal wichtiger. Sei darüber nicht traurig, wirklich. Alles hat seine Zeit. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die meisten Blogs innerhalb eines Jahres wieder dicht machen. Das verflixte erste Bloggerjahr haben wir also schon geschafft!

Du wusstest auch von Anfang an, dass ich nicht die Instagrammerin sein werde, die alles und jeden Kram teilen wird oder ständig vor der Kamera selbst posiert – einfach, weil ich das nicht bin. Ich mache gerne mal ein Foto und lade es hoch, aber der Kern meines Tuns bist du hier, sind deine Texte. Nicht das kurzweilige Bilderscrollen auf Instagram. Das mag in der heutigen Zeit vielleicht naiv sein, weil die Leute einfach weniger Bock und Zeit haben, lange Texte zu lesen. Aber dann ist es eben so, das nehmen wir in Kauf, oder? Ich glaube, wir sind ganz cool so, wie wir sind. Mit dir, so wie du bist, fühle ich mich wohl.

Also lass uns jetzt noch ein wenig feiern, schauen zurück auf die Zeit, die wir schon gemeinsam verbracht haben und schauen dann nach vorne auf alles, was noch kommen mag.

Danke auch an euch alle, die ihr uns hier regelmäßig besucht, lest und kommentiert! Es ist schön, Menschen zu kennen, die das gleiche Hobby teilen – mit euch macht Bloggen noch viel mehr Spaß! 🙂

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4 Kommentare

  • Wonderful Fifty

    Liebe Vanessa, alles Liebe und Gute zu deinem Bloggeburtstag und herzliche Glückwünsche zu deinem Blog, bei dem ich immer wieder gerne vorbeischaue. Ich finde mich bei dir einfach in vielen Punkten wieder und das ist auch bei diesen wunderbaren Gedanken zu deinem Blog der Fall. Vieles in der Entstehungsgeschichte und in der Entwicklung des Blogs hat sich bei mir genauso oder so ähnlich zugetragen und auch die Überlegungen gingen teilweise in die gleiche Richtung, so wie etwa das Zitat von Edison. Vor allem war bei mir aber auch der Gedanke: Jetzt noch einen Blog machen? Einerseits gibt es doch schon so viele und andererseits geht es vielfach doch eher in Bildsprache wie Instagram. Für mich persönlich kann jedoch so ein bildhaftes Social-Media-Produkt nie einen Blogbeitrag ersetzen. Daher freue ich mich sehr, dass du dich damals für einen Blog entschlossen hast und ich hier bei dir so tolle Beiträge lesen kann. Ich wünsche dir viele weitere wunderbare Jahre mit diesem Blog.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

    • Kulturblazer

      Hi Gesa!
      Danke dir für deine lieben Worte, das bedeutet mir viel. Tatsächlich bin ich aktuell in einem kleinen Motivationstief, bedingt durch die Tatsache, dass aktuell (immer noch) soviel drumherum los ist, dass ich einfach wenig Zeit für den Blog finde. Das finde ich selbst unbefriedigend irgendwie, aber andererseits ist das manchmal so im Leben. Vielleicht muss einfach erstmal die Vorweihnachtszeit und Weihnachten selbst rum sein, damit es wieder ruhiger wird 😀
      Liebe Grüße!

  • Sarah

    Auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute zum Bloggeburtstag! Ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen und freue mich, dass du letztendlich doch den Schritt gewagt hast. Am Ende ist ja auch jeder Blog einzigartig und das ist auch gut so. Ganz egal, ob es schon zigtausend andere gibt 🙂 Auf die nächsten Jahre!
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Kulturblazer

      Liebe Sarah,
      danke für die Gratulation! 🙂 Wenn ich zurückblicke, finde ich es auch toll, den Schritt gegangen zu sein, trotz all der Zweifel.
      Viele Grüße!!

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