Fifth_Avenue_Christmas_NYC
Kultur,  Reisekultur

It´s beginning to look a lot like Christmas….

So oder so ähnlich kam es mir vor, als ich die ersten Schritte aus der Subway in New York City setzte. Ort des Geschehens: Penn Station, 34. Straße. Weihnachtslieder und die ersten Eindrücke dessen, was in den nächsten Tagen dekorations- und stimmungstechnisch auf uns zukommen wird. Bunte Lichter, Tannenzweige und lustige Rentiertaufsteller. Weihnachtsstimmung. Menschen, die sich mit Tüten beladen durch die Station schieben, dabei in ihr Handy sprechen und der Person am anderen Ende aufzählen, was sie noch alles kaufen müssen. Direkt werde ich konfrontiert mit den beiden Seiten von Weihnachten, die wir alle kennen – die besinnliche und die stressige Seite. Aber ich weiß, wie ich den Fokus ausrichten möchte. Doch gehen wir der Reihe nach vor.

Erinnert ihr euch an meine Liste aus diesem Blogpost? Neben einigen kleinen Leckereien, die ich unbedingt probieren wollte, war mir auch nach einem Weihnachtsstimmungsbooster. Und einfach Urlaub. Die letzten Wochen zuvor waren sehr stressig und nicht unbedingt geprägt von Ruhe und Besinnlichkeit. Zwar habe ich in der Woche vor der Reise bereits die Wohnung dekoriert und auch die Weihnachtsleiter (richtig gelesen, keinen Tannenbaum) aufgestellt und dabei Weihnachtslieder gehört, aber so richtig in Stimmung war ich noch nicht. Instagram oder Pinterest geben da natürlich alles, um das zu ändern und zu vermitteln, wie festlich alle schon sind und auch genauso aussehen. Bei mir kam es einfach nicht so richtig an. Ich freute mich daher sehr auf den Urlaub. Und auf den genannten Weihnachtsstimmungsbooster.

Mission Weihnachtsstimmung ohne übertriebene Erwartungen

Natürlich ist das mit Erwartungen immer so eine Sache. Meistens haben wir zu hohe davon. Gerade um Weihnachten herum übt die Erwartungshaltung, dass alles perfekt perfekt perfekt sein sollte, einen solchen Druck aus, dass alle nur noch gestresst sind. Da lässt sich die Weihnachtsstimmung nicht gern blicken. Daher hatte ich mir vorgenommen, alles auf mich zukommen zu lassen und einfach zu genießen. Mir war schon klar, dass wir auch mit Konsum und vermutlich auch gestressten Menschen konfrontiert werden würden, gerade wenn wir die Hotspots besuchen wie das Rockefeller Center, den Times Square oder die 5th Avenue, aber wir selbst entscheiden ja letztlich, wie wir damit umgehen, richtig? New York City in der Weihnachtszeit mag nicht gleich das erste Reiseziel sein, das mit Ruhe und Besinnlichkeit assoziert wird, aber ich hatte richtig Lust darauf, mich in diesen Trubel zu stürzen und gleichzeitig abzuschalten. Irgendwie liest sich das schon etwas paradox. Aber es ist mir gelungen.

Schlittschuhrealitäten zugunsten von Aladdin

Zurück zu der Liste der Sachen, die machen wollte. Dazu gehörte neben Cookie Dough essen (jaa, es schmeckt große Klasse) u. a. Schlittschuh laufen am Rockefeller Center. Aber ich ahnte es schon: Mein Realitätssinn ist manchmal einfach gnadenlos. Wie so oft male ich mir etwas verträumt aus und bin der festen Überzeugung, dass es mir das wert ist, ich das machen will. Bin ich dann in der Situation, stelle ich fest: Brauche ich gar nicht, will ich nicht, nee. So geschehen am Rockefeller Center.

Der Baum und die Eisbahn waren schön, so im Gesamtkontext. Der Menschenandrang dort war recht hoch, Klaustrophobie sollte hier nicht vorhanden sein. Die Schlange zum Schlittschuh laufen war ziiiemlich lang. Achso, Tickets sind natürlich vorher online mit festem Timeslot zu kaufen. Um dann trotzdem mind. eine Stunde warten zu müssen, wie wir von Schlittschuhfans aufgeklärt wurden. My sweet summerchild. Wie romantisch ich mir das Szenario vorgestellt hatte, um dann doch wieder von meiner eigenen Rationalität und Wertevorstellung eingeholt zu werden. Nämlich, dass es mir das Geld und die Zeit doch nicht wert ist, nur damit ich sagen kann, dass ich am Rockefeller Center Schlittschuh gefahren bin. Ochnö, lass mal.

Dann lieber etwas, für das ich das Geld immer wieder genauso ausgeben würde: Broadwaykarten für das Musical Aladdin. Wir haben die Tickets mittags für die Abendvorstellung um die Hälfte günstiger erhalten und hatten sehr gute Plätze im Amsterdam Theater. Mein erstes Disney-Musical und ich bin wirklich immer noch begeistert. Zeigt sich auch durch mein plötzlich spontan auftretendes Verlangen, die Lieder anzumachen und meine Umwelt damit zu beschallen. Das war definitiv ein Highlight.

Wo bleibt der Weihnachtscontent?

Ja, kommt. Die Schaufenster der Fifth Avenue wie Bergdorf Goodman, Barneys und auch Macy´s waren wirklich aufwendig und sehenswert geschmückt, was sicherlich keine Überraschung ist. Dort wurde wirklich richtig aufgefahren. Teilweise waren die Fenster für mich schon beinahe mehr Kunstinstallationen als nur Dekoration.

Bei Macy´s erzählen die Schaufenster zudem immer eine Weihnachtsgeschichte. Dieses Jahr handelte sie von Sunny, dem kleinen Schneemann, der Santa hilft, Weihnachten zu retten. Süß, zum Rande des Kitsch, aber doch irgendwie schön. Und der Weihnachtsstimmung zuträglich. Natürlich war auch innen bei Macy´s aller sehr weihnachtlich geschmückt. Es gab sogar ein „Santa Land“, wo Santa Claus persönlich die Wünsche entgegen genommen hat – ein sehr freundlicher Mann, der sogar professionell in seiner Rolle bleibt, wenn 30-Jährige ohne Kinderbegleitung vor ihm stehen.

Macys Front Entry

Ein richtiges Weihnachtshighlight war das Wohnviertel Dyker Heights in Brooklyn. Dort schmücken die Anwohner ihre Häuser mit Lichterketten, Aufstellern, Musik und Figuren – Wahnsinn. Erste Assoziationen: Was kostet das bitte an Strom? Wie lange dauert es, das alles auf- und abzubauen? Wo lagert man das ganze Zeug die anderen 334 Tage im Jahr? Spätestens jetzt war klar: Es ist Weihnachtszeit.

Weihnachtsstimmung on fleek

Es war eine sehr schöne Woche, in der wir viel gesehen und unternommen haben. Wir sind sogar in Weihnachtsstimmung gekommen sind, ohne uns durch den hektischen Konsumtrubel und Stress anstecken zu lassen. Ich bin natürlich nicht so resistent, als dass ich bei einem guten Angebot von Dr. Martens nicht auch schwach werde. Das mit dem zur Ruhe zu kommen hat bei mir auf jeden Fall gut geklappt. Wo ich diese Ruhe gefunden habe? Beim Frühstück im Diner um die Ecke. Beim Spaziergang durch den Central Park.
Bei einer Tasse Kaffee und einer Zeitschrift in unserem Apartment. Aber auch bei dem Musicalbesuch oder beim Bummeln an der Fifth Avenue. Es muss nicht immer ruhig sein, um Ruhe zu finden.

Es hat sogar so gut geklappt, dass ich einen Tag nachdem wir wieder zu Hause waren, verschnupft und mit Halsschmerzen aus der Hölle aufgewacht bin. Aber das ist ok,denn es zeigt mir: Mein Körper und mein Kopf sind runtergefahren – denn wie so oft wird man genau dann krank, wenn man abschaltet. Und/oder ich habe einfach zu viele verkeimte Sachen angefasst (Desinfektionsgel hilft auch nur bedingt, wie es scheint). New York City hat mich jedenfalls wieder in seinen Bann gezogen und ich bin dankbar für die wunderschöne Zeit dort.

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