Kulturkolumne_Schreiben_Tagebuch
Gedankenkultur,  Hörkultur,  Kulturkolumne,  Lesekultur

Kulturkolumne #10

Werbung, unbeauftragt.

Meine Lieben, willkommen zur Kulturkolumne Nr. 10. Erst gab es monatelang nicht eine Ausgabe und jetzt direkt zwei innerhalb von vier Wochen. Ja, so ist das Leben manchmal. Aber in den letzten Tagen ging soviel in meinem Kopf herum, das ich aufschreiben und mit euch in den Austausch gehen wollte. EDIT: Übrigens habe ich mich sehr über euer positives Feedback zu der Rubrik der Kulturkolumne gefreut. Es ist schön zu lesen, dass euch diese manchmal etwas losen Gedanken, Gefühle und Ideen von mir dennoch interessieren und sich durch eure Kommentare wieder interessanter Input ergibt!

Gedankenkultur

Anmerkungen zum Thema Rassismus: Bevor ich ihr weiter lest, möchte ich euch darauf hinweisen, dass ich mich in einem Lernprozess befinde und sicherlich noch nicht jeden Aspekt 100 % richtig einzuordnen weiß. Wenn ihr also feststellt, dass Aussagen euch triggern oder missverstanden werden könnten, dann gebt mir sehr gerne konstruktives Feedback! Das Thema ist so wichtig und wir haben alle noch soviel zu lernen. Dabei können wir uns gegenseitig unterstützen. Danke!

In den letzten Tagen habe ich mich viel mit dem Thema Rassismus auseinander gesetzt – soviel, wie noch nie in meinem Leben zuvor. Ich habe zuweilen das Gefühl, der Tag hat einfach nicht genug Stunden, um das alles aufzunehmen. Denn je mehr ich lese, desto mehr stelle ich fest: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und ich bin weiß. Auch das ist etwas, was ich mir vorher nie richtig bewusst gemacht habe. Nachdem ich schon viele Artikel, Video und Podcasts/Hörbüchern gelesen, gesehen und gehört habe, u. a von Tupoka Ogette, Aminta Touré und Aminata Belli weiß ich zumindest, dass es nicht genug ist, Wissen und Erfahrungen von BiPOC anzusammeln und darüber zu sprechen. Wir müssen selbst in unserem direkten Umfeld aktiv werden. Ich persönlich will die Scham und die Schuld darüber, dass ich einige Dinge früher nicht immer richtig gemacht oder richtig gesagt habe, hinter mir lassen. Ich will die Angst, noch weitere Fehler zu machen (denn die kommen bestimmt!) überwinden. Stattdessen will ich Verantwortung übernehmen.

Weißsein ist ein Privileg, das ich als solches selten bewusst wahrgenommen habe. Und ja, es ist unangenehm und unbequem, sich mit Rassismus und der eigenen Rolle als Weiße/r in diesem Konstrukt auseinander zu setzen. Vielleicht, weil es entlarvt, wie wenig wir wirklich über strukturellen Rassismus wissen – zumindest geht es mir so. Aber es ist so dringend nötig, dass wir uns damit kritisch auseinandersetzen. Es wird ein langer Weg des Lernen, denn ich unbedingt gehen möchte, gehen muss. Denn wenn man einmal klar sieht, kann man die Augen nicht mehr verschließen.

Hörkultur

Wenn ihr in der ganzen Flut von Informationen, Interviews, Podcasts, Artikel, Büchern, etc. gar nicht wisst, wo ihr anfangen sollt, nehmt das Buch „Exit Racism“ von Tupoka Ogette. Es gab bereits mehr als nur einen Moment, in dem ich dachte „Oh, darüber habe ich noch nie so nachgedacht“. Tupoka Ogette ist Anti-Rassismustrainerin und begleitet Unternehmen, Organisation und Vereine mit Workshops und Beratungen. Zudem hat sich auch einen eigenen Podcast „TUPODCAST – Gespräche unter Schwestern*“ in dem sie regelmäßig mit anderen Schwarzen Frauen spricht. Ich höre aktuell das interaktive Hörbuch zum Buch“Exit Racism“. Interaktiv, weil Tupoka uns HörerInnen regelmäßig animiert, unsere Gedanken und Gefühle zu reflektieren, nachdem sie Wissensinput gegeben hat. Zudem ist das Hörbuch immer unterfüttert mit Einträgen von TeilnehmerInnen der Workshops, die sie gegeben hat, um auch hier einen Einblick in den Denk- und Entwicklungsprozess von anderen Menschen zu geben.

Auch oft empfohlen wird das Hörbuch von Alice Hasters „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“. Ich selbst habe es noch nicht gehört, es steht aber ebenfalls auf meiner Liste.

Ich kann verstehen, dass das Thema Rassismus für viele Menschen nicht einfach ist, aber es ist umso wichtiger, dass wir uns jetzt dauerhaft damit beschäftigen. Wir müssen mehr machen, als nur schwarze Quadrate auf Instagram zu posten. Wir müssen strukturellen und institutionellen Rassismus dekonstruieren. Ich weiß jetzt schon, dass mich sicherlich viele unbequeme Diskussionen erwarten werden, wenn ich mir vornehme, die Dinge rassismuskritisch zu sehen und meine Meinung dazu zu sagen. Ich werde sicherlich Fehler machen und Dinge nicht richtig transportieren, aber auch daraus werde ich lernen. Für mich hat die Auseinandersetzung mit diesem Thema nämlich gerade erst begonnen.

Diese Thematik verdient einen eigenen Blogpost. Momentan setze ich mich damit noch auseinander und möchte meine weiteren Gedanken sortieren und lernen, um dem Thema Rassismus inhaltlich gerecht werden zu können.

Reisekultur

Wie schlage ich nun eine Brücke vom Thema Rassismus zum Thema Reisen? Hat jemand eine galante Idee? Wenn nicht, dann starte ich einfach so: Ich habe in meinem letzten Post über Mexiko geschrieben, dass dies für mich einer der schönsten Urlaubsreisen war, neben der Reise an die USA-Westküste. Das ist das tolle am Nicht-Verreisen – genug Zeit, die alten Reisen würdig aufzuarbeiten. Daher wird auch noch in Kürze ein Bericht über meine dreiwöchige USA-Westküstentour folgen.

USA_westküste_monument valley

Zudem habe ich mich nun final von meinem Südafrika-Urlaub verabschiedet. Habe ich das wirklich? Ich schreibe diese Zeilen gerade, aber so richtig wahrhaben will ich es nicht. Da aber die Bundesregierung gestern noch bis Ende August für 160 Länder eine Reisewarnung rausgegeben hat, also de facto alle Länder, die keine EU-Staaten, Schengen-assoziierte Staaten oder Großbritannien/Nordirland sind, scheint es beschlossene Sache, dass die Reise nach Südafrika nicht stattfinden wird. Ja, ich weiß, dass ich in der letzten Kolumne schon deswegen herum gejammert habe. Ist jetzt auch das letzte Mal gewesen, versprochen. Alles wird so kommen, wie es soll.

Lesekultur

Gestern Abend habe ich Dr. Joe Dispenzas „Schöpfer der Wirklichkeit“ zu Ende gelesen. Ein sehr interessantes Buch über die Funktionsweise unseres Gehirns und wie wir das Potential, das ihm und somit uns inne wohnt, für uns nutzen können. Nicht jedes Kapitel eignet sich dafür, vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten darin zu lesen, wenn die Aufnahmekapazität schon begrenzt ist. Gerade wenn es sehr biochemisch wird und das Zusammenspiel von Axonen, Dendriten und Neurotransmittern beschrieben wurde, musste ich mich schon sehr konzentrieren, um zu folgen. Aber das waren nur wenige Kapitel und diese waren im Gesamtkontext wichtig, um zu verstehen, wie alles zusammenhängt.

Ich habe sehr viele Stellen als sehr interessant empfunden, etwa wenn er über Themen wie Selbstheilung oder die Änderung von Gewohnheiten schreibt und darstellt, wie wir unser Gehirn hier erfolgreich einsetzen können. Es wird sicherlich nicht das letzte Buch gewesen sein, was ich von Joe Dispenza gelesen habe. Für die nächsten Wochen habe ich folgende Bücher noch auf meiner Leseliste aka SuB (=Stapel ungelesener Bücher für alle, die nicht in der Welt der Buchblogger unterwegs sind – da treibe ich mich nämlich auch öfter herum).

Sub_stapel ungelesener Bücher_Bücherstapel

Besonders gespannt bin ich dabei auf das Buch „Wut ist ein Geschenk“ von Arun Gandhi, dem Enkel von Mahatma Gandhi. In diesem Buch beschreibt Arun Gandhi die Lektionen, die sein Großvater ihm während seiner Zeit im Ashram in Indien gelehrt hat. Ich bin über Magdas Beitrag zum Corona-Lockdown auf das Buch aufmerksam geworden und wusste, dass ich es auf jeden Fall lesen möchte.

Ebenso besondere Vorfreude verspüre ich auf „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“, denn mich fasziniert die Lebensgeschichte von Frida Kahlo sehr. Auf dem Flug nach Mexiko habe ich den Film „Frida“ mit Selma Hayek gesehen – damit hat alles angefangen. Aus der gleichen Buchreihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ habe ich bereits „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe“ gelesen, in dem es um die Schaffensgeschichte von Coco Chanel und der Entstehung des berühmten Duftes No. 5 geht. Wenn das Wetter also für Mitte Juni erstmal so bleibt (auch wenn der Regen natürlich ein Segen für die Natur ist) – ich bin vorbereitet!

Was hat euch in den letzten Tagen und Wochen beschäftigt? Lasst mir gerne eure Gedanken da!

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13 Comments

  • Tiziana Olbrich

    Hallo Vanessa, oh wie schön wieder eine Kulturkolumne! Die mag ich wirklich richtig gerne 🙂
    Erst einmal sind das klasse Tipps, um sich mit dem Thema Rassismus auseinander zu setzen. Ich höre seit zwei Wochen immer mal wieder an dem Hörbuch von Alice Haster und finde es echt gut, weil sehr viele Beispiele und alltägliche Situationen beschrieben werden. Das hat mir persönlich ungemein geholfen kleineren/versteckten Rassismus besser zu erkennen. Beispielsweise, dass es auch wenn man jemanden Komplimente für etwas macht, man genauer darüber nachdenken sollte, ob das angebracht ist oder ob dem Anderen dadurch die „Andersartigkeit“ nicht eher wieder mal aufgezeigt wird und man eventuell sogar jemanden verletzt. Es hilft also ungemein ein besseres Feingefühl zu entwickeln.
    Seitdem fällt mir Rassismus viel mehr auf und ich betrachte vor allem auch Serien kritischer, in denen Personengruppen sehr einseitig gezeichnet sind. Bei Gilmore Girls ist mir das vorher zum Beispiel nicht so stark aufgefallen, jetzt denke ich bei fast jeder Folge, dass es eigentlich total offensichtlich ist und ich mich frage, wie mir das all die Jahre nicht auffallen konnte.
    Gerade das Thema struktureller Rassismus bietet auch so viele Erkenntnisse. Ich würde mich auf jeden Fall über einen ausführlichen Artikel von dir dazu freuen. Von dem Austausch können wir alle eine ganze Menge lernen!

    Der Alchimist habe ich mir übrigens auch gerade bestellt. Es ist zwar noch nicht angekommen, aber ich freue mich schon sehr drauf 🙂 Vielleicht können wir ja ein Buddy-Read machen

    Viele Grüße,

    Tiziana

    http://www.tizianaolbrich.de

  • Wonderful Fifty

    Liebe Vanessa, ich liebe es die Gedankenentwicklung miterleben zu dürfen und daher finde ich es total toll, dass du uns auch an deinen vielleicht noch „unfertigen“ Überlegungen teilhaben lässt – es muss nicht immer ein voll entwickeltes und ausgearbeitetes Konzept. Denn auch daraus können wir jede Menge mitnehmen und unser eigenes Gedankenkarusell gleich mal so richtig zum Laufen bringen. Dabei kann ich es dir so richtig nachfühlen, wie du bei deinen Nachforschungen immer irritierter geworden bist – denn ich habe auch schon hin und wieder gedacht, alles logisch, alles schnell abhandelbar und je tiefer ich in die Materie eingetaucht bin, desto unsicherer bin ich geworden und ich habe immer mehr gefunden, dass ich nicht weiß. Ja, vorher war mir oftmals gar nicht bewusst, was ich alles nicht weiß. Aber jetzt zu deinen Reisen – natürlich ist es traurig, dass du deine geplante Reise nicht unternehmen konntest, aber dafür kommen wir in den Genuss deiner Reiseberichte. Ja, die Westküste der USA war bisher mein absolutes Highlight – das war wirklich fast ein bisschen wie nach Hause kommen. Also gerne nochmal und jederzeit wieder – deine Kulturkolumnen sind immer ganz besonders.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

    • Kulturblazer

      Hallo Gesa,
      nach dieser Woche, in der ich das eine Hörbuch zu Ende gehört habe und das zweite angefangen habe, festigt sich meine Meinung immer mehr und ich durfte soviel lernen. Das war nicht immer einfach, denn dabei hinterfragte ich mich und meine Gedanken und Handlungen stets selbst. Daher wird dazu auf jeden Fall noch mehr Input folgen. Diese Woche war allerdings soviel los, dass ich noch nicht dazu gekommen bin. Es freut mich aber, dass du diesen Prozess spannend findest 🙂
      Liebe Grüße!

  • Elisa

    Liebe Vanessa,
    wie bereits gesagt: ich liebe deine Gedankenkultur Beiträge und habe das Gefühl, dass ich dich dadurch besser kennenlerne! Es ist so interessant zu sehen, was in deinem Kopf so vor sich geht und ich finde es schön, dass du es teilst und wir uns darüber austauschen können.
    Das Jahr 2020 war bisher ein sehr aufregendes und „unnormales“ Jahr und ich bin immer wieder geschockt, was in der Welt so passiert. Doch durch genau diese Dinge, beginnen Menschen ihr eigenes Verhalten zu überdenken und fangen an sich mit Themen auseinanderzusetzen, mit denen sie sich normalerweise nicht auseinandersetzen. So wie mit Rassismus. Ich weiß was es ist und ich bin absolut dagegen, denn jeder Mensch sollte gleich behandelt und die gleichen Rechte haben. Doch leider funktioniert die Welt so nicht. Und obwohl ich dachte, dass ich viel weiß und mich auskenne, wurde ich des Besseren belehrt und habe festgestellt, dass ich noch viel viel mehr lernen kann. Ich habe mich in letzter Zeit auch viel mit dem Thema auseinandergesetzt und werde es auch in Zukunft tun, denn es ist so so wichtig!

    Ich habe leider auch keinen eleganten Übergang, doch es tut mir so Leid um deine Südafrikareise..ich hoffe sehr, dass du stattdessen vielleicht eine kleinere Reise in Europa machen kannst. Doch ich freue mich auch schon sehr auf deinen USA Beitrag!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende meine Liebe,
    Elisa xx

    • Kulturblazer

      Liebe Elisa,
      ich danke dir für deine lieben Worte und freue mich, dass dir die Kulturkolumne gefällt. Der Aspekt des besseren Kennenlernens und des Austauschens ist in der Tat auch das, was mir dabei immer am besten gefällt!:) Ich glaube, dass unsere Erde uns 2020 sehr viel beibringen will durch COVID1-19 und das Thema Rassismus. Vielleicht waren wir zu lange einfach zu sehr mit uns selbst beschäftigt, um unsere Umwelt wahrzunehmen, sei es die Natur oder eben die Tatsache, dass auch 2020 immer noch nicht alle Menschen gleich behandelt werden. Daher ist 2020 für mich das Jahr der Lernprozesse, in vielerlei Hinsicht.

      Heute habe ich alle Hotels in Südafrika storniert und schaue jetzt, wie ich die letzten fixen Buchungen stornieren kann und wie es mit dem Flug aussieht. Dafür steht Plan B schon fast komplett, darüber berichte ich dann in Kürze 🙂

      Hab einen wunderbaren Sonntag nachmittag!

  • Julispiration

    Ein ganz toller Beitrag, meine Liebe!
    Und ich fühle total mit dir. Ich habe mich zuvor auch noch nie so “richtig” mit dem Thema Rassismus auseinander gesetzt und weiß so vieles noch nicht. Und das wird jetzt höchste Zeit!
    Toll, dass du das ansprichst.

    Liebste Grüße und einen schönen Abend dir
    Juli
    https://julispiration.com

    • Kulturblazer

      Hi Juli,
      auf jeden Fall! Ich habe soviel gelernt und mich selbst reflektiert, was nicht nur positiv war, denn dabei stellte ich fest, dass auch ich viele Fehler gemacht habe.
      Aber darum geht es ja – ein Bewusstsein zu bekommen und daraus zu lernen, um meinen Beitrag zu leisten, dass Rassismus im Alltag dekonstruiert wird!
      Liebe Grüße!!

  • Nicole

    Mal wieder eine tolle Kulturkolumne und ich finde es gar nicht schlimm, dass es nun gleich zwei davon innerhalb der letzten vier Wochen ist. Aktuell passiert eben auch eine Menge in der Welt und es geht einem natürlich viel im Kopf herum, das ist bei mir nicht anders. Ich habe mich dem Thema in der Vergangenheit natürlich durch mein Politikstudium angnähert, wobei es da halt nur angerissen wird und ich finde, dass man sich damit thematisch intensiver auseinandersetzen sollte (übrigens auch in der Schule, da ist es ja non-existent, was ich schockierend finde) und über Serien/Filme. Gibt da einige Werke von afro-amerikanischen Regisseur*innen oder Produzent*innen die das aufgreifen und gut umsetzen. Ich kann da z.B. Netflix’s „When They See Us“ empfehlen über den systematischen Rassismus im Polizei- und Justizsystem und dessen Folgen. Aber auch „The Hate U Give“ hatte mich stark berührt, auch aufgrund des Blickwinkels aus der Sicht einer Teeangerin und wie diese dann den Mut aufbringt und ihre Stimme findet – etwas, das wir alle sollten. Auch „Selma“ finde ich sehr gelungen, aber auch „12 Years a Slave“, der aber halt einige harte Szenen hat, da es eben um die Sklaverei geht. Podcasts und Hörbücher möchte ich mir nach meiner mündlichen Prüfung vornehmen – die hat mich gerade arbeitstechnisch leider voll im Griff. Genauso würde ich noch gerne Ava DuVernay’s Dokumentation auf Netflix anschauen, die ja auch sehr gut über das Thema aufklärt.

    Das mit dem Urlaub ist definitiv schade, kann ich schon verstehen, wenn dich das etwas traurig stimmt, aber vielleicht kannst du ja dafür einen Ausflug in Deutschland machen? Wir haben hier ja auch schöne Ecken, ich werde darauf im Sommer meinen Fokus legen und mir vielleicht Regionen anschauen, die ich schon länger mal besuchen wollte.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Vanessa,
    nee mit Maske macht das echt keinen Spaß. Natürlich verstehe ich den Sinn davon und halte mich da auch dran, aber ich habe für mich im Umkehrschluss dann entschieden, dass große Shoppingtouren erstmal nicht stattfinden. Ich habe ja auch alles was ich brauche und zumindest der Geldbeutel freut sich darüber.

    Also ich war auch erst ziemlich skeptisch, ob das was wird mit der Neuverfilmung, denn wie du liebe ich die Originale und habe die als Kind mehrmals gesehen. Der Ton ist ein komplett anderer, viel lustiger und leichter, wodurch sich aber auch bewusst abgegrenzt wird. Wenn du einfach nur gut unterhalten werden möchtest, dann hast du mit den Filmen eine gute Zeit.

    Ja mir gefällt Elite auch besser als Tote Mädchen Lügen nicht. Bei letzterem war nach der ersten Staffel einfach die Luft raus und man hat gespürt, dass sie nun keine Vorlage mehr haben. Das wirkte doch häufig planlos und stellenweise auch schwerfällig, auch wenn natürlich S2 noch so ihre starken und wichtigen Momente hatte – vor allem das Victim Blaiming beim Prozess fand ich treffend dargestellt. Aber S3 hat mir dann einige Bauchschmerzen bereitet und S4 steht noch aus. Ich gucke das immer mit meiner Mum, das heißt es dauert immer etwas bis ich dann tatsächlich dazu komme.

    • Kulturblazer

      Hi Nicole,

      danke für dein Feedback, ich sehe das genauso wie du. Ich habe „Exit Racism“ durchgehört und bin nun bei Alice Hasters Hörbuch angelangt und bin einfach schockiert, dass die Inhalte der Kolonalisierung so vernachlässigt werden – ich hatte Geschichts-LK und es wurde nicht annähern so behandelt. Gleiches mit den Philosophen Kant und Hegel: Deren Texte und Inhalte über Aufkläre und Bewusstsein haben wir bearbeitet, aber dass die beiden Rassisten waren – kein Wort! Ich war wirklich erschüttert, da mir dies nicht bewusst war.
      Diese Serien/Filme habe ich auch schon auf meiner Watch-List, dabei überlege ich noch, ob ich „The Hate U Give“ erst lesen möchte, bevor ich es gucke.

      Was die Reise angeht, feile ich gerade an den Alternativen rum. Nachdem ich auch viel über Südafrika gelesen habe, fürchte ich ohnehin, dass hier der Peak noch nicht erreicht ist 🙁

      Liebe Grüße!

  • Lisa Marie

    Liebe Vanessa,
    ich glaube das ist die erste Kulturkolumne die ich bei dir lese. Ich finde diese Rubrik – wie deine anderen Leser – auch sehr interessant. 🙂

    Im Kopf können einem Menschen viele Dinge umherschwirren, richtig bewusst werden sie einem dann, wenn man sie versucht in Worte zu fassen. Und sobald etwas schwarz auf weiß geschrieben steht, kann man andere Menschen auch leichter daran teilhaben lassen.
    Ich finde es wirklich toll, dass du mit uns deine Gedanken zum Thema Rassismus teilst. Mir geht es ähnlich wie dir, ich finde auch, dass ich zu wenig über dieses Thema weiß und mich eindeutig mehr damit beschäftigen muss. Deswegen bin ich besonders für deine Buchtipps dankbar.

    Das du deine Reise nach Südafrika stornieren musst, tut mir leid. Es ist so wie es ist … das stimmt schon. Trotzdem hat man sich ja auf etwas gefreut, was nun erstmal für unabsehbare Zeit in den Hintergrund rückt.
    Ich bin aber gespannt, wie dein Plan B aussieht. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa Marie

    • Kulturblazer

      Hallo Lisa Marie,
      danke für dein liebes Feedback! Ich habe auch erst in den letzten Tagen, nachdem ich die Kolumne veröffentlicht habe, die Bücher „Exit Racism“ und „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“ zu durchgehört und habe so unheimlich viel erfahren, dass ich darüber auf jeden Fall nochmal einen Beitrag schreiben werden, schreiben muss. Der Lernprozess war auch nicht immer einfach, das ich einfach viele Dinge auch in meinem Leben hinterfragt habe.

      Plan B steht fast, den teile ich euch natürlich auch noch mit 🙂
      Ganz herzliche Grüße!

  • S.Mirli

    Liebe Vanessa, ich liebe deine Kulturkolumne wirklich jetzt schon und ich finde du hast den Themenwechsel von Rassismus zum Reisen doch perfekt bewältigt. Ich mag es so gerne, wenn ich mich selbst gerade mit einem Thema auseinandersetze und dann andere Meinungen oder auch Wege aufgezeigt bekomme, wie andere damit umgehen, das kann einen selbst so sehr unterstützen und ich sag dir was, ich freu mich jetzt schon auf deinen USA-Westküsten Reisebericht. Vor einigen Jahren habe ich auch genau diese Reise gemacht und sie gehört zu einer meiner schönsten, also yuhuuu, darauf freue ich mich richtig. Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Start in diese neue Woche, hoffentlich mit ganz viel Sonnenschein bei dir, alles, alles Liebe, x S.Mirli!
    https://www.mirlime.at

    • Kulturblazer

      Hi Mirli,
      danke erstmal für deine lieben Worte! Ob der Übergang perfekt war, ist sicher diskussionswürdig, aber diese Brücke zu schlagen…puuh, ich habe lange überlegt.
      Das Thema Rassismus beschäftigt mich auch nach wie vor sehr, und nachdem ich mich nun intensiv mit den Büchern von Alice Hasters und Tupoka Ogette auseinander gesetzt habe, durfte ich extrem viel lernen.
      Ohhjaa, die Reise zählt auch zu einer meiner Favorites. Die letzten Wochen war so viel los, was wunderschön war, aber auch sehr anstrengend. Ich hoffe daher, dass ich in den nächsten Wochen dazu komme, diesen Beitrag eeendlich fertig zu stellen 🙂
      Hab einen wunderbaren Sonntagabend!
      Ganz liebe Grüße!

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