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Yogakultur

Meine Yogalehrerausbildung // Update #1

Ihr Lieben, hier ist der versprochene erste Beitrag zu meiner Yogalehrerausbildung. Zunächst möchte ich mich bei euch für das tolle, liebevolle Feedback und euer Interesse bedanken – das freut mich wirklich sehr! Daher werde ich euch heute einen Einblick in die ersten beiden Module an den Ausbildungswochenenden geben. Ich erzähle euch u. a., wie erste Tag begann, welche Inhalte wir besprochen haben und welche Erfahrungen ich bereits sammeln durfte.

Ich werde Yogalehrerin!

Das war das Credo, was wir gemeinsam am Ende des ersten Wochenendes gerufen haben, gemeinsam in einem Kreis stehend, einander an den Händen haltend, uns gegenseitig anstrahlend: „Ich werde Yogalehrer:in!“ (denn ja, wir sind nicht nur Frauen im Kurs – und wenn ich von „Yogalehrerausbildung“ schreibe, meine ich immer alle Geschlechter). Es war der Abschluss aufregender drei Tage, die mir (das mag übertrieben klingen, aber so fühlte es sich für mich an) eine ganz eigene Welt eröffnet haben. Drei Tage war ich total abgetaucht in der Yogabubble, denn drei Tage haben wir von morgens bis spätnachmittags nur eins gemacht: Uns mit Yoga beschäftigt.

Das mag natürlich gar keine große Neuigkeit sein bei einer Yogalehrerausbildung, aber dennoch war es für mich überraschend, wie wenig Platz in meinem Kopf und Herz  für andere Dinge war. Der Fokus liegt an den Ausbildungswochenenden einfach komplett bei Anke und ihrem Team und den Inhalten, die sie uns vermitteln. Daher war ich jeden Abend entsprechend erledigt, aber glücklich. Aber starten wir mal ganz vorne.

Auch wenn ich danach nichts gegen ein paar freie Tage danach gehabt hätte, also einem richtigen Wochenende, bevor der Arbeitsalltag wieder ruft, weiß ich, was für ein Glück ich habe, dass ich diese Ausbildung machen kann. Dass es ein Privileg ist. Und dass es eine ganz besondere Zeit ist, die ich erleben darf. Eine Reise, ist auf der ich viel lernen werde und die viele besondere Momente bereithalten wird, auf die ich mich jetzt schon freue.

Ganesha & Alltagsbuddhisten

Die Vorfreude auf den ersten Tag, auf die anderen Schüler:innen und die Inhalte war sehr groß. Anke, die Besitzern des Yogastudios, und ihr Team begrüßten uns 16 angehenden Yogalehrer:innen am Morgen des ersten Tages ganz herzlich und richtete einige Worte zu Beginn an uns. Sie bezeichnete den Start der Yogalehrerausbildung als Neubeginn, als ganz besondere Reise, auf die wir uns begeben. Eine Reise, die uns auch zu uns selbst führen würde, auf der wir uns selbst besser kennen lernen würden. Dabei sei es egal, ob unser Ziel das tatsächliche Unterrichten sein werde oder wir die Ausbildung für uns selbst machen wollen: Alles werde so kommen, wie es kommen soll!

Gemeinsam sangen wir zur Einstimmung das Mantra Om Gam Ganapataye Namaha. Dieses Mantra ist dem elefantenköpfigen Hindu-Gott Ganesha gewidmet. Ganesha symbolisiert die Beseitigung aller Hindernisse und steht für einen guten Anfang. Er wird als Schutzherr der Wissenschaft und Ausbildung angesehen – wenn das nicht passte! Auch wenn ich das Mantra (was genau ein Mantra ist, erläutere ich später) nicht kannte: Nach ein paar Wiederholungen konnte ich es problemlos mitsingen. Das ist das Schöne an Mantren: Sie bestehen meist nur aus ein oder zwei Versen, so dass sie sehr einprägsam sind, trotz der ungewohnten altindischen Sprache Sanskrit. Wir erhielten unseren wunderschön gestalteten Ausbildungsordner mit allen Unterlagen und ein kleines Willkommensgeschenk – und dann ging es auch schon los!

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Der wunderschön gestaltete Ordner mit allen Inhalten und das kleine Begrüßungsgeschenk, „Der kleine Alltagsbuddhist“

Masterclasses & Strichmännchen

Zunächst haben wir 16 Schüler:innen uns gegenseitig vorgestellt und kennen gelernt. Jede:r hat ein wenig von sich erzählt, wie er/sie zum Yoga gefunden hat und wieso er/sie die Yogalehrerausbildung macht. Dabei sind die Hintergründe vielfältig: Einige arbeiten bereits im Gesundheits-/Physiobereich und möchten mit der Yogalehrerausbildung ihre eigenen Kompetenzen erweitern und beruflich nutzen. Andere nutzen sie als Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung, ggf. mit der Option, sich damit später ein (zweites), selbständiges Standbein aufzubauen, auch wenn sie aktuell einen Beruf ausüben, der nichts mit Yoga zu tun hat. Ihr seht: Es ist eine bunte Gruppe und zeigt, wie viele unterschiedliche Menschen Yoga anspricht.

Der erste Tag dreht sich um das Organisatorische: Die Zeitabläufe der Wochenenden, die einzelnen Termine, die Organisation der Intensivwoche, die Pflichtlektüre, unsere eigene Praxis während der Ausbildung und wie die Abschlussprüfung ablaufen wird. Die drei Tage recht gleich aufgebaut: Morgens meditierten wir erst ca. 20 Minuten, bevor Anke und ihr Team uns in einer Yogamasterclass unterrichteten. Eine Masterclass dauert meist 1,5-2 Stunden und hat neben einen höheren Philosophieanteil als normale Klassen. Zudem sind die Asanas doch recht fordernd und durchaus recht schweißtreibend! Danach war meist eine kleine Pause, bevor wir dann die Yogastunde besprochen haben. Und damit meine ich, wirklich besprochen: Wir sind jede einzelne Asana und Bewegungsabfolge durchgegangen und haben einen ersten Eindruck erhalten, wie Yogaklassen aufgebaut werden. Um so eine Yogastunde zu konzipieren, nutzen wir Zeichnungen, wie ihr sie hier seht.

Und ganz ehrlich: Meine ersten Strichmännchen sahen schrecklich aus (und Meisterwerke sind es jetzt auch noch nicht). So ein Strichmännchen aus dem Kopf zu malen  ist für mich schon eine Herausforderung (aber ich bin ja auch nicht die begnadetste Zeichnerin). Macht gerne mal einen Selbsttest: Malt doch mal ein Strichmännchen, das einen hohen Ausfallschritt macht. Und, hat es geklappt? Passen alle Proportionen? Wird deutlich, wie die Beine ausgerichtet sein müssen, wie die Arme? Findet ihr das Männchen unten im Bild?;) Meine Männchen sahen jedenfalls immer mehr wie eine Mischung aus Pferd und Sitzbank aus. Aber wie heißt es so schön: „Practice and all is coming.“ (Sri K. Pattabhi Jois). Zudem gibt es ja gute Bücher, in denen gezeigt wird, wie man solche Männchen zeichnen kann. Apropos Bücher: Es gibt nämlich auch ziiiemlich viel zu lesen während der Yogalehrerausbildung!

Bücher & Yogastile

Auch wenn Yoga viel (eigene) Praxis ist, darf theoretisches Wissen nicht zu kurz kommen: Von Yogaphilosophie und -tradition, das Yoga Sutra über Shatkarma Kriya, der wichtigsten Reinigungstechiken im Yoga, bis hin zur Anatomie haben wir eine ziemlich lange Bücherliste – was mich als Bücherwurm freut, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass selbst ich vielleicht in Zeitnot komme, bestimmte Bücher bis zur Intensivwoche Mitte Oktober gelesen zu haben. Statt Blogbeiträge schreiben sollte ich also vielleicht mehr lesen, aaaaaaber was soll ich sagen – ich liebe eben beides 🙂

Gerade lese ich „Yoga und Tradition“ von T.K.V. Desikachar. Er ist der Sohn von Sri T. Krishnamacharya, der als Begründer des modernen Yogas gilt – beides also Koryphäen des Yoga. „Yoga und Tradition“ ist eines DER Standardwerke im Yoga, an dem kein Weg vorbeiführt. Hier ein Auszug der Bücherliste:

  • Über Freiheit & Meditation – T.K.V. Desikachar
  • Licht auf Yoga – BKS Iyengar
  • Patanjalis Yoga Sutra – Ralph Skuban
  • Psychologie des Yoga – Ralph Skuban
  • Shatkarma – Geheimnisse der Yogareinigung – Alexander Kobs
  • Yoga Anatomie – Leslie Kaminoff
  • Bhagavad-Gita – Jack Howley

Zudem haben wir uns am ersten Wochenende auch mit den unterschiedlichen Yogastilen beschäftigt. Teil der Ausbildung wird sein, uns insgesamt 10 Klassen unterschiedlicher Yogastile zu besuchen. Ich selbst mache eine Vinyasa-Ausbildung. Vinyasa stammt von Hatha Yoga ab, das eher statisch und kräftigend ist. Beim Vinyasa Yoga werden die Asanas nicht einzeln geübt, sondern in fließenden Bewegungen aneinandergereiht. Genau wie beim Hatha Yoga ist aber auch im Vinyasa die Atmung ein zentrales Element, denn die Übungen sollen synchron zum Atem durchgeführt werden. Im Laufe der Jahren haben sich wirklich seeeehr viele Yogastile gebildet und sicherlich kennen die Yogis und Yoginis unter euch auch einige davon: Bikram (Hot) Yoga, Ashtanga Yoga, Iyengar Yoga, Yin Yoga, Kundalini Yoga, Anusara Yoga….die Auswahl ist groß!

Sonnengrüße & Yogapraxis

Am ersten Wochenende haben wir zudem die unterschiedlichen Sonnengrußvarianten gelernt (und bereits an den anderen Mitschüler:innen angeleitet!). Das war doch recht aufregend – denn auch wenn ich ja weiß, wie Sonnengruß A oder B ablaufen, ist es nochmal etwas ganz anderes, jemand anderen anzuleiten, also zu unterrichten, wenn auch erstmal „nur“ in Sonnengrüßen. Das ist übrigens auch eine Hausaufgabe bis zur Intensivwoche Mitte Oktober: Familie und Freunde anleiten, um sicherer zu werden. Es ist schon ein ungewohntes und komisches Gefühl, sich mit eigentlich sehr vertrauten Menschen in einer ganz neuen Schüler-Lehrer-Situation wiederzufinden, das kann ich euch sagen!

Neben der Yogapraxis, die wir während der Yogalehrerausbildung machen, sollen wir natürlich auch unsere eigenen Praxis außerhalb der Ausbildungswochenenden stärken. Zweimal die Woche sind Pflicht und müssen auch Neben der Yogapraxis, die wir während der Ausbildung machen, sollen wir natürlich auch unsere eigene Praxis außerhalb der Ausbildungswochenenden stärken. Zweimal die Woche sind Pflicht und müssen auch von den Lehrer:innen abgezeichnet werden. Wir legen den Fokus auf eine regelmäßige Praxis, um auch zwischen den Wochenenden „an der Matte“ zu bleiben.

So sehe ich Yogaklassen schon mit anderen Augen und versuche, ihren Aufbau und Struktur zu analysieren: Wie baut der Lehrer/die Lehrerin die Stunde auf? Was ist das anatomische Thema (z. B. Rückbeugen oder Umkehrhaltungen)? Wie wird die Aufwärmphase gestaltet und was ist der Höhepunkt der Stunde? Welche Asanas werden im Cool-Down unterrichtet, bevor die Endentspannung kommt?

Mantren & Stimmbildung

Am zweiten Wochenende lag der Fokus auf der Stimme. Die Stimme des/der Yogalehrer:in ist schließlich das Hauptwerkzeug, um die Schüler:innen durch die Stunde zu leiten. Damit wir lernen, unsere Stimme besser einzusetzen (und sie erstmal kennen zu lernen!), haben wir ein Coaching von einer ausgebildeten Sängerin erhalten.

Unsere Stimme vermittelt Präsenz, Sicherheit und Selbstbewusstsein und bildet gemeinsam mit der richtigen Atmung eine Einheit. Das ist nicht nur im Yoga so, sondern in jeder Situation, in der wir mit Menschen kommunizieren: Sei es bei Vorträgen im Beruf oder der Uni oder in der Kommunikation mit Freunden und Familie. Um uns mehr mit unserer Stimme zu verbinden, haben wir sehr viele Atem- und Stimmübungen kennen gelernt. So können wir die Stimme vor einer Yogastunde aufwärmen und vorbereiten.

Zudem haben wir, um das Gelernte direkt anzuwenden, sehr viele Mantren gesungen. Mantra heißt aus dem Sanskrit übersetzt so viel wie Spruch, Hymne oder Lied. Es kann nur ein Wort sein, wie das allseit bekannte „Om“, oder beinhaltet mehrere Wörter oder gar einen ganzen Vers. Es sind Klänge, Vibrationen, die entweder sprechend, singend oder auch nur in Gedanken wiederholt werden und so zu einem gestärkten Geist führen sollen. In einer Gruppe gesungen, können Mantren nochmal ganz besondere Energien freisetzen.

Ich bin ein sehr rationaler und kopflastiger Mensch, der wirklich alles hinterfragt und am liebsten immer einen wissenschaftlichen Beweis haben möchte – aber selbst ich habe erlebt, wie berührend und emotional es sein kann, wenn eine Gruppe von Menschen in einem geschützten Raum Mantren singt. Das war eine Erfahrung, die mich umgehauen hat und die ich so nicht erwartet hätte. Neurowissenschaftler:innen vermuten, dass die die Klänge, Schwingungen und Vibrationen unsere Gehirnströme beeinflussen, im Unterbewusstsein wirken und so Dysbalancen auflösen können, die durch negative Erfahrungen oder Blockaden entstanden sind.

Ja, es ist nicht einfach, sich darauf einzulassen, das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen. Und manchmal dauert es einfach seine Zeit, aber ich möchte in der Yogalehrerausbildung für alles offen sein und ohne Wertung an diese Aspekte herangehen – und wurde bisher nicht enttäuscht und eben auch sehr überrascht.

Es ist mir überhaupt nicht leicht gefallen, in einer Gruppe zu singen. Ja, ich singe gern – unter der Dusche oder im Auto, wenn ich allein bin. Denn ich war der Meinung, ich kann nicht gut singen. Aber wenn uns der Coach eins vermittelt hat, dann das: JEDE:R kann singen. JEDE:R. Es bedarf nur Übung, ein wenig Know-How und die richtige Atmung. Also, was ist momentan euer Lieblingssong? Anmachen und singen 🙂

Puuhhh, Leute – das ist doch ein etwas längerer Beitrag geworden! Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck der ersten Wochen meiner Yogalehrerausbildung vermitteln. Fragt mich gerne, wenn etwas offen geblieben ist oder ich noch etwas detaillierter erklären soll. Ansonsten hoffe ich, ich konnte euch ein wenig mit auf die Reise nehmen.

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13 Comments

  • Sigrid

    Schön, dass Du uns auf Deiner Reise zur Yogalehrerin mitnimmst liebe Vanessa. Besonders angesprochen hat mich das zweite Wochenende mit der Stimme. Ich höre selten Musik, bei mir ist es meistens still zu Hause. Aber beim Chanten geht mir das Herz auf, auch wenn das eine oder andere Mantra einem Zungenbrecher gleicht. Ein Kurs, den ich immer besucht habe und den es leider nicht mehr gibt, war eine 1/2 Stunde Atmen und Chanten vor der eigentlichen Yogastunde. Und manchmal treffe ich mich mit meiner ehemaligen Yogalehrerin im Park zum Happy Morning Yoga. Sie singt dann und schlägt die Klangschale und ich mache Sonnengrüße dazu.
    Und die Methode mit den Strichmännchen kenne ich auch. Meine jetztige Yogalehrerin fotografiert mich mit dem iPad und malt dann die richtige Haltung (als Strichmännchen) in das Bild rein, damit ich sehen kann, wo es hakt.
    Aber ganz schön viel zum Lesen hast Du. Ich wünsche Dir ganz viel Freude auf dieser spannenden Reise und freue mich für Dich, dass Du den Mut hattest, anzufangen.
    Namasté
    Sigi

    • Kulturblazer

      Liebe Sigi,
      ohh, wie schön zu hören, dass du auch gerne Mantras singst! Ich mache es tatsächlich auch bisher nur in der Gruppe und noch nicht zu hause, aber ich mag es schon hier und da in der Yogastunde.
      Es eröffnen sich wirklich total neue Dinge, wenn man etwas Neues lernt, ist wirklich verrückt, etwa diese Strichmännchen-Thematik 😀
      Aber ja, es kann absolut helfen, sich die Dinge zu verdeutlichen. Jup, es ist viel, aber macht auch Spaß und soooviel Wissen, womit ich am liebsten alle zutexten würde :DD
      Ganz viel Grüße und Namasté, du Liebe!

  • Nicole Kirchdorfer

    Wie spannend, liebe Vanessa. Ich kann Deine Begeisterung und Aufregung sehr gut nachvollziehen und ich ich finde sowohl Deine Strichmännchen, als auch Dein Yogaoutfit (besonders diese schnieke Hose) sehr stimmig.
    Solltest Du je ein Übungsobjekt im Raum D-Dorf brauchen, stehe, liege, dehne, singe ich jederzeit zur Verfügung.
    Ich finde es so toll, dass Du das machst und wenn ich das so lese und damit hadere, dass ich nach dem Urlaub Morgen wieder arbeiten muss, wünschte ich ein bisschen jünger zu sein und einfach nochmal so was anzufangen, um dann natürlich irgendwann das Leben damit aufzubauen.
    Es erstaunt mich allerdings, dass Du sagst, so kopflastig zu sein. Ich dachte als Yogalehrerin müsse man eher emotional, gar esoterisch sein…
    Aber….Du belehrst mich auch ohne Yoga Moves eines besseren.
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg!
    LG Nicole

    • Kulturblazer

      Hi Nicole,
      vielen Dank dir für die Komplimente! Und vor allem danke dir für dein Angebot, das finde ich sehr nett und hilfreich! Es kostet mich wirklich noch Überwindung, aber ich wachse ja an meinen Aufgaben 🙂
      Aber jetzt sage ich dir was und ja, ich weiß, dass es einfacher gesagt als getan ist: Du bist NIE zu alt, etwas Neues zu machen!! Ja, es ist schwierig und nicht einfach und je länger wir es schon anders machen, desto schwieriger ist es, das aufzulösen, aber wir sind nie zu alt. Nie. Nie. Nie.

      Das Ding ist einfach, dass es in unserer Gesellschaft leider noch nicht angekommen ist, dass es „normal“ („normal“, weil es ja für jeden etwas anderes heißt) sein sollte, andere neue Hobbies, Jobs, Lebensrichtungen einzuschlagen. Das finde ich schade, denn der Standard sieht (noch) anders aus. Aber ich versuche, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass es ein wenig „normaler“ wird, Dinge zu tun, die andere nicht von mir denken, erwarten würden oder sie gar überraschen. Ist ja deren Problem und nicht meins.

      Mir hat die Denkweise „Evolution statt Revolution“ da sehr geholfen: Statt morgen alle Zelte abzubrechen, den Job zu kündigen und nach Bali auszuwandern (die Idee habe ich mal an schlechten Montagen) lieber in kleinen Schritten Dinge ändern. Hier und da an kleinen Stellschrauben drehen, um mehr zu dem zu kommen, was wir haben möchten – selbst wenn wir das Ziel nie erreichen, sind wir immerhin auf dem Weg gewesen und das macht allein schon glücklich(er) – das ist immer besser, als sich gar nicht auf den Weg machen. Und gerade WEIL ich so kopflastig und sicherheitsliebend bin, kann ich 100 % nachempfinden, was du meinst.

      Yogalehrer:innen kommen in vielen Varianten und Formen daher 😀 Spiritualität gehört natürlich schon dazu, aber deswegen glaube ich auch nicht, dass kleine Funken und Sterne aus meinen Fingern sprühen, wenn ich Daumen und Zeigefinger zusammenbringe oder dass böse Geister wegbleiben, wenn ich ein Räucherstäbchen anmache. Esoterik und Spiritualität sind auch nochmal zwei Dinge, darüber habe ich hier geschrieben. Aber Yoga hat mir Dinge gezeigt, die selbst mein Kopf nicht wegargumentieren kann und mal einsehen muss, dass da was dran sein könnte. Uuuuund es kann nur gut sein, wenn der da oben auch mal still ist 😀 Kopflastigkeit und Yoga – das passt auf den ersten Blick nicht zusammen, aber auf den zweiten Blick richtig, richtig gut – darüber schreibe ich demnächst mal mehr 🙂
      Ganz viele Grüße!!

  • Lisa Marie

    Hi Vanessa,
    das hört sich nach einem tollen Start in die Yogalehrerausbildung an! 🙂

    Der organisatorische Kram ist natürlich auch wichtig und darf nicht fehlen, genau wie ein paar Hausaufgaben. 😀 Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst alle Bücher bis Mitte Oktober zu lesen und ich hoffe, dass sich deine Familie und Freunde gern von dir zum Sonnengruß anleiten lassen. 😉

    Ich find’s immer noch klasse, dass du das durchziehst! Manchmal können uns anfänglich kleine Entscheidungen bzw. Veränderungen in eine ganz neue Welt führen. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und eine lehrreiche Zeit. Du wirst das toll machen! 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa Marie

    • Kulturblazer

      Liebe Lisa Marie,
      jaa, aber die Hausaufgaben sind teilweise doch schon etwas umfangreich 😀 Aber alles gut, klappt schon!
      Danke dir für deine Wünsche, ich werde weiterhin berichten und wünsche dir einen wunderbaren Wochenstart!
      Viele Grüße!

  • Wonderful Fifty

    Liebe Vanessa, vielen Dank für diesen interessanten Einblick in deine Yogalehrerausbildung – es ist beeindruckend, was sich alles unter dem kurzen Begriff Yoga versteckt, welche verschiedenen Methoden es gibt und was eben auch an theoretischen Wissen zu lernen ist. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, wie ungewohnt es dann ist, selbst als Lehrer zu fungieren und andere anzuleiten, denn es ist sehr wohl ein großer Unterschied, ob ich selbst etwas beherrsche und ausführe oder ob ich dies anderen richtig beibringen muss. Jedenfalls freue ich mich total, dass du so viel Spaß an dieser Ausbildung hast, dass du mit einer solchen Begeisterung dabei bist – denn oft stellt man sich etwas im Vorfeld doch anders vor als es sich dann tatsächlich erweist – und ganz besonders freut es mich, dass du dich so richtig darauf einlassen kannst und darin aufgehst. Ich wünsche dir weiterhin so viel Freude und lass uns an deinen weiteren Eindrücken teilhaben.
    Hab einen ganz wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

    • Kulturblazer

      Liebe Gesa,
      ja, Schülerin zu sein oder Lehrerin zu sein ist schon etwas ganz anderes, aber ich bin gespannt, wie hier die Reise weitergeht…Gerne mache ich das und versuche, auch die Erlebnisse aus den nächsten Modulen hier für euch kurzweilig darzustellen, ohne ins Faseln zu geraten 😀
      Es freut mich sehr, dass dir die Beiträge gefallen!
      Ganz viele Grüße!

  • S.Mirli

    Liebe Vanessa, vielen, vielen Dank für diesen wirklch detailierten Bericht (und für mich kann es sowieso nie lang genug ausfallen, dafür lese ich deine Worte viel zu gerne). Unglaublich spannend, wie so eine Yogalehrerausbildung aufgebaut ist. Das mit dem Singen kann ich verstehen. Ich bin da auch viel zu verkopft. Ich weiß noch, als wir im Yoga einmal einen Meditationstanz gemacht haben, anfangs hab ich ständig nach links und rechts geschaut und mich furchtbar geniert und dann hat der Tanz seine Wirkung getan. Eine einmalige Erfahrung, deshalb kann ich deine Worte so sehr nachfühlen. Ich bin gespannt, wie die Ausblidung weitergeht und was du erzählen wirst – und ich werde mich jetzt einmal im Strichmännchenmalen üben. Wer hätte gedacht, wie schwierig das ist.
    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende, alles, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.at

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