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Nachhaltiges Shoppen // Wie wir unser Konsumverhalten nachhaltiger gestalten

Werbung, unbeauftragt.

Nachhaltigkeit ist ja nun schon seit vielen Jahren ein Trendwort und wird es trotz nahezu inflationärere Nutzung wohl auch noch lange bleiben – das ist ja auch gut so. Im Fokus steht dabei auch immer wieder das Thema Nachhaltiges Shoppen. Ich glaube, ich muss nicht mehr viele Worte darüber verlieren, dass irgendwo auf der Welt ein Mensch den Preis dafür zahlt, damit wir T-Shirts für 5,99 € kaufen können.

Es geht nicht darum, ab sofort alles perfekt zu machen, sondern einfach bewusst zu konsumieren. Ich bin selbst weit davon entfernt, alles richtig zu machen. Aber wir alle können mit jeder Kaufentscheidung eine Richtung vorgeben, in die wir mit unserer Umwelt gehen wollen. Das ist nicht immer leicht, keine Frage. Aber jeder von uns findet sicher Möglichkeiten, irgendwo anzufangen. Daher teile ich hier ein paar Gedanken und Tipps mit euch, wie ich versuche, mehr und mehr nachhaltiges Shoppen in mein Leben zu integrieren.

1. Wenn du nach Kleidung online suchst: Suche nachhaltig

Kennt ihr schon Ecosia? Ecosia ist eine nachhaltige, ökologische Suchmaschine mit Sitz in Berlin. Das Beste an ihr? Sie kann Bäume pflanzen! Die Suchmaschine liefert Ergebnisse von Bing und finanziert sich über die Werbeanzeigen, die ebenfalls von Bing geliefert werden. Mit diesen Geldern investiert Ecosia in Aufforstungsprogramme weltweit. Auf der Startseite des Browsers wird euch immer direkt angezeigt, wie viele Suchanfragen ihr schon gestartet habt und wie viele Bäume auf eurem Baum-Zähler durch eure Suchanfragen stehen. Das finde ich ziemlich cool!

Daher nutze ich Ecosia auch regelmäßig. Regelmäßig heißt, dass ich es nicht nur nutze, denn ich gebe zu: Ja, ich nutze auch noch Google. Das liegt einfach daran, dass die Suchergebnisse bei Ecosia natürlich (noch) nicht so exakt und detailliert sind wie die von Google. Das liegt ja in der Sache der Natur, denn hinter Ecosia steckt kein Megaimperium wie Google. Dennoch möchte ich dazu übergehen, immer mehr Ecosia und immer weniger Google zu nutzen, um auch hier ein Zeichen zu setzen.

2. Wenn du etwas kaufen willst: Checke Vintage-Optionen

Ich habe auch in meiner Stadt durch bewusste Suche den ein oder anderen Vintagestore entdeckt, die ich vorher nie wirklich bewusst wahrgenommen habe. Meist sind diese nämlich nicht auf der Haupteinkaufsstraße, die man ja meistens entlang schlendert. Wer etwas mehr Event und Entertainment dabei haben möchte, für den sind vielleicht die Pop-Up-Events von Vino-Kilo genau richtig: Hier könnt ihr Kleidung in hipper Flohmarkt-Atmosphäre (mittlerweile deutschlandweit) mit einem Weinchen in der Hand shoppen. Der Clou: Die Kleidung wird in Kilo abgerechnet – daher der Name. Schnappt euch also eure Freunde und los! Apropos Freunde: Veranstaltet doch auch mal gemeinsam eine kleine Kleidertauschparty!

Werfen wir einen Blick ins Internet, ist die Anzahl an Online-Vintage-Shops natürlich riesig: Neben Kleiderkreisel & Co. ist vor allem im Premium-Segment nachhaltiges Shoppen angesagter denn je: Neben internationalen Shops wie Vestaire Collective und Rebelle gibt es auch deutsche Shops wie Vite en Vogue. Natürlich kann man sich auch einfach so durch die Shops treiben und inspirieren lassen. Ich schaue dort aber gezielt nach bestimmten Kleidungsstücken oder Accessoires, an denen ich lange Freude haben möchte.

3. Wenn du etwas Neues kaufen willst: Nutze bewusst Wunschzettel

„Ich bin manchmal, bevor die bestellten Sachen überhaupt ankommen, schon leicht genervt von dem Gedanken, an alles, was ich dann machen ‚muss‘: Auspacken, anprobieren, wieder einpacken, Retourenschein ausfüllen, verpacken, zum Paketshop fahren und dort abgeben… So als wäre der eigentlich Spaß eher das Aussuchen mit der Idee, wie es an mir aussehen könnte.“ Aussagen wie die von meiner Freundin konnte ich tatsächlich schon ein wenig nachvollziehen – und das fand ich erschreckend.

An den Punkt wurde mir bewusst, dass ich die Reißleine, die vor mir lag, ziehen musste. Denn wie verrückt ist das bitte, etwas zu bestellen und dann bei dem bloßen Gedanken, das „alles“ anprobieren zu „müssen“, genervt zu sein? Nachhaltiges Shoppen sieht anders aus. Es kommt vermutlich auch darauf an, wie viel man bestellt hat, aber wenn beim Gedanken an 10 Teile, die auf dem Weg zu einem sind, schon in Stress ausbricht, wird es höchste Zeit, das Shoppingverhalten zu überdenken.

„Buy less. Choose well. Make it last.“

Viviene Westwood

Ich nutze daher seit geraumer Zeit ganz bewusst und auch wirklich exzessiv die Wunschzettel-Funktion von Online-Shops. Ich packe mehr oder weniger alles drauf, was mir gefällt. Da sind die Sachen dann geparkt, teilweise monatelang. Ich schaue sie mir immer wieder mal an, sortiere aus, packe neues dazu. Virtuelles Bummeln sozusagen!

Dadurch stelle ich fest, was mir wirklich auch nach Wochen bzw. Monaten auch noch gefällt. Wenn das Kleidungsstück dann noch per Glück in den Sale kommt, umso besser 🙂 Und selbst dann habe ich noch dreimal überlegt! Aber so schaffe ich mir selbst das Gefühl, das Kleidungsstück dann auch wirklich wert zuschätzen. Mit diesem Vorgehen habe ich mich dann auch bisher jedes Mal wie verrückt auf das Paket gefreut – und nichts zurück geschickt!

4. Wenn du etwas Neues kaufen willst: Kaufe Fair Fashion

Die Auswahl an Fair-Fashion-Brands steigt kontinuierlich. Diese haben mittlerweile ihr angestaubtes und kratziges Ökoimage komplett abgelegt. Stattdessen setzen die Labels auf zeitlose Designs und moderne Materialien, z. B. Lyocell (eine aus Cellulose hergestellte Faser). Natürlich können wir nicht erwarten, bei diesen Labels T-Shirts für 9,99 € zu bekommen – aber das wollen wir doch auch gar nicht. Stattdessen lieber etwas mehr Geld investieren und daran lange Freude ohne schlechtes Gewissen haben! Zudem gibt es auch in der Fair-Fashion-Welt günstige Brands wie Armed Angels oder Jan´n´June. Startet doch einfach mit ein paar Basics wie Hoodies, T-Shirts oder einer Jeans als Einstieg!

5. Wenn du weniger kaufen willst: Lösche Newsletter & Push-Benachrichtigungen

Das ist schon „Nachhaltiges Shoppen: Expert Level“, denn ich liebe Newsletter eigentlich – oftmals sind sie schließlich mit Angeboten versehen. Aber dennoch wurde es mir in den letzten Monaten echt zu viel, weswegen ich die meisten in den Spam-Ordner verschoben habe und nur noch ganz wenige, ausgewählte Newsletter lesen will. So habe ich alle Fast-Fashion-Newsletter aussortiert. Zudem habe ich Push-Nachrichten von allen (!) Shops blockiert. Zum einen werde ich dadurch weniger abgelenkt (ist ja allein schon durch Social Media schwierig genug!) und durch weniger Input von außen auch weniger dazu verleitet, etwas kaufen zu wollen.

In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass ich nach wie vor Modezeitschriften lese. Das mag natürlich irgendwie kontraproduktiv zu diesem Tipp sein, weil sie ja auch Input und indirekt eine Aufforderung zum Konsum sind. Ich bin mir dessen bewusst und möchte trotzdem, auch weil ich modeaffin bin, mich von den Zeitschriften inspirieren und unterhalten lassen.

Das mache ich dann aber ganz bewusst, in dem ich die Zeitschrift in die Hand nehme und darin lese – und nicht von meinem Handy wieder getriggert werde und bei irgendwelchen Tätigkeiten nebenbei durch irgendwelche Newsletter scrolle. Ich merke zudem, dass ich im Verlaufe des letzten Jahres (seit ich mich mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige) kritischer geworden bin, wenn ich die Artikel lese. Dennoch ist das Lesen von Modezeitschriften etwas, was ich auch zukünftig tun werden, einfach, weil es mir Spaß macht. Zählt das jetzt schon als Guilty Pleasure?!

6. Wenn du nichts kaufen willst: Nutze das, was du schon hast

Bei all den Tipps habe ich mir ja grundsätzlich vorgenommen, überhaupt weniger Kleidung zu kaufen. Das fällt mir nicht so leicht, wie es vielleicht den Anschein haben mag. Allerdings möchte ich auch dazu beitragen, unsere Erde zu schützen. Und das geht nun einmal nur, wenn jeder, wirklich jeder von uns, seinen Teil dazu beiträgt. Es kommt auf jeden von uns an, also auch auf mich.

Daher habe ich als Teil dieses Zieles die Rubrik Lookbook ins Leben gerufen, um euch zu inspirieren, eure vorhandene Kleidung immer wieder neu zu kombinieren. Mir die Looks zu überlegen, das Foto zu machen, etwas dazu zu schreiben – das macht auch mir Spaß, also ist es (hoffentlich!) Win-Win-Situation. Auch mir kommen in diesem Prozess nämlich oft Ideen, wie ich vorhandene Kleidungsstücke neu interpretieren kann. Daneben inspirieren mich auch Streetstyle-Looks, egal ob online oder offline, Filme, Serien, Zeitschriften oder Fotografien. Lauft mit offenen Augen und Gedanken durch die Welt, dann begegnet euch sicherlich auch viel Inspiration.

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7. Wenn du es wirklich wissen willst: Lösche alle Fast-Fashion-Apps und deren Nutzerkonten

Also, das ist wirklich „Nachhaltiges Shoppen: Boss-Level“. Das habe ich selbst auch noch nicht geschafft. Ich lese zwar die Newsletter nicht mehr und schaue auch nicht mehr in die Apps, aber ich sie noch. Und damit auch die damit verbundenen Nutzerkonten bei H&M, Mango & Co. Auch wenn ich seit Monaten dort nichts mehr bestellt habe, so konnte ich mich final noch nicht dazu durchringen, alles zu löschen. Mein eigener Anspruch ist zwar, dort nichts mehr zu kaufen (das gelingt mir bisher auch ohne Ausnahme), aber der letzte Schritt, da bin ich noch nicht konsequent genug.

Aber am Ende meiner inneren Diskussion („Das sieht aber schon toll aus und der Preis ist auch super“ vs „Du wolltest keine Fast-Fashion mehr kaufen!“) mache ich mir klar: Was ist mein „Warum“? Warum ist mir nachhaltiges Shoppen wichtig? Warum möchte ich das Kleidungsstück eigentlich nicht bestellen? Weil ich nicht möchte, das ein Mensch in der Produktionskette des Pullovers oder T-Shirts darunter leiden muss. Sobald ich mir das bewusst vor Augen führe, hat es immer am Ende dazu geführt, dass ich nicht auf „Bestellen“ geklickt habe.

Natürlich haben auch die Fast-Fashion-Brands oft nachhaltige Linien und arbeiten, so kommunizieren sie es, kontinuierlich an ihrer Nachhaltigkeit. Das möchte ich hier natürlich nicht unter der Tisch fallen lassen. Aber grundsätzlich möchte ich mich dennoch in andere Richtungen orientieren. Ich denke ohnehin, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Mode generell sehr komplex ist. Vielleicht kommen in Zukunft noch weitere Beiträge dazu!

Ich hoffe jedenfalls, dass meine Tipps über nachhaltiges Shoppen und wie ich es umsetze, euch auch weiterhelfen. Und denkt dran: Nobody is perfect – der Weg ist das Ziel!

Bleibt gesund!

Wie steht ihr zum Thema „Nachhaltiges Shoppen“? Habt ihr besondere Tipps und Tricks? Legt ihr auf irgendwelche Aspekte rund ums Shoppen besonderen Wert? Interessiert euch das Thema Fair Fashion?

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4 Comments

  • Wonderful Fifty

    Liebe Vanessa, danke für diesen interessanten Beitrag und du bringst es dabei so wunderbar auf den Punkt – wir müssen nicht alles perfekt machen, es ist einfach wichtig, dass wir bewusst einkaufen, dann tragen wir schon viel zur Nachhaltigkeit bei. Die Idee mit dem Wunschzettel finde ich super – so können wir uns ein Wunschteil vormerken und immer mal wieder erledigt es sich dann von selbst und wir wollen diesen Teil nicht mehr. Da ist es dann gut, dass wir nicht gleich den Bestell-Button gedrückt haben. Diese Newsletter sind meist ohnehin nur dazu geschaffen, in uns Interesse zu wecken und schließlich die Kauflust zu steigern. Daher lasse ich mich lieber auf den Blog für Outfits inspirieren und ich freue mich sehr, dass du dazu dein „Lookbook“ geschaffen hast.
    Bleib gesund und alles Liebe

    • Kulturblazer

      Hi Gesa,
      freut mich, dass dir die neue Rubrik gefällt. Ja, das merke ich bei mir auch oft, dass ich durch den Newsletter erst verleitet werde, in den Shop zu gucken.Also besser weniger und dann ausgewählt 🙂
      Ich hätte nicht gedacht, dass das mit dem Wunschzettel wirklich soviel bringt, aber dadurch sind oft schon so viele Dinge wieder herunter geflogen, die mich nach einigen Wochen nicht mehr begeistert haben.
      Take care 🙂
      Liebste Grüße!

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