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Spiritual September // Spiritualität als neuer Megatrend?

Werbung, unbeauftragt.

Ich habe in der letzten Zeit meine Begeisterung für Yoga wieder entdeckt. Bis auf einige wenige Tage (genau genommen 5 – dank Bullet Journal einfach nachzuhalten!) habe ich jeden Tag Yoga praktiziert. Selbst wenn es nur kurze Einheiten von 10-15 Minuten waren, fühlte ich mich danach immer ausgeglichen und entspannt. Daher beschäftigte ich mich auch außerhalb meiner Yogamatte mehr mit dem Thema und kam dabei natürlich auch an einem Begriff mehrfach vorbei: Spiritualität.

Was ist Spiritualität?

Bei meiner Recherche rund um Yoga und Co., so merkte ich nämlich ziemlich schnell, lassen andere, verwandte Themen nicht lange auf sich warten: Ayurveda, Astrologie, Edelsteine, Spiritualität, Chakren, Buddhismus, Feng Shui, Meditation, Achtsamkeit, persönliche Weiterentwicklung – mehr oder weniger im weitesten Sinne. Wobei Sinn hier das Stichwort ist, denn laut Yoga-Vidya-Wiki bedeutet Spiritualität:

Spiritualität (von spiritus: Geist) ist der Weg des geistigen Übens mit dem Ziel der Vereinigung mit einer höheren Wirklichkeit (Gott, Transzendenz, inneres Glück). Spiritualität heißt Ausrichtung des Lebens auf die Erfahrung einer höheren Wirklichkeit. Spiritualität heißt, nach einem höheren Sinn zu streben und sein Leben nach diesem höheren Sinn auszurichten.
Yoga Vidya-Wiki

Für viele Menschen handelt es sich hierbei eher um einen diffusen Mix aus Esoterik, Religion, Mystik und Spiritualität. Wie so oft im Leben ist es aber nicht so einfach (und vor allem klug!) alles in eine Schublade zu packen und das Label „Geistesfirlefanz“ darauf zukleben. Hier lohnt es sich, wie so oft, mal ein wenig genauer hinzuschauen und sich damit auseinander zu setzen, welche Definitionen dahinter stecken.

Zeitreise zwischen Esoterik und Spiritualität

Auch wenn ich mich selbst als rationalen Menschen bezeichne, fand ich einige dieser unterschiedlichen Bereiche während meiner Jugend schon spannend. Während meiner ersten Yogaphase im Alter von 13 Jahren habe ich mein erstes Yogabuch gekauft und angefangen, die dort abgebildeten Asanas nachzustellen. Die beigelegte CD mit dem eingesprochenen Sonnengruß war eine der meistgespielten CDs in meinem CD-Player. Am Ende konnte ich sie sogar auswendig mitsprechen. Hinzu kam mein Räucherstäbchenwahn, den meine Mutter mit gekreuzten Fingern ertrug, in der Hoffnung, dass nicht irgendwann das Haus in Flammen steht.

Neben dem Yogabuch habe ich auch die Fantasy-Buchreihe „Magic Circle“ von Isobel Bird geliebt und alle neun Bücher mehrfach gelesen. Es geht um drei Teenager-Mädels, die eine Faszination für Magie teilen und gemeinsam als moderne Hexen die unterschiedlichsten Herausforderungen meistern. Aber nicht nur mir ging es so, meine Freundinnen waren ebenfalls fasziniert. Wir haben uns Tarotkarten gelegt und Horoskope tiefsinnig interpretiert. Einmal wollten meine beste Freundin und ich Gläserrücken ausprobieren. Die Mutter meiner Freundin hat davon Wind bekommen und es uns ausdrücklich verboten: „Da kommen Antworten, die ihr nicht hören wollt. Glaubt mir.“ Da sie sonst ziemlich locker war, wurden wir stutzig, denn in diesem Punkt sie ließ absolut gar nicht mit sich diskutieren. Diese Vehemenz hat uns doch eingeschüchtert und uns dazu veranlasst, lieber weiter „Buffy“ zu gucken – nicht ohne darüber zu diskutieren, was wohl passiert wäre, wenn wir es trotzdem gemacht hätten.

Rückblickend ist mir jetzt klar, dass auch ich damals Esoterik, Spiritualität und Mystik in einen Topf geworfen habe. Ich war auch eher in einer jugendlichen Neugier und Oberflächlichkeit in diesen Bereichen unterwegs. und habe mir gar keine Gedanken darüber gemacht, was wie einzuordnen ist und was eigentlich dahinter steckt.

Spiritualität als neuer Megatrend?

Potential zum Megatrend in der heutigen Zeit hat Spiritualität allemal, denn Online-Shops, Podcasts, Bücher und Blogs für moderne Spiritualität sprudeln wie Edelsteinwasser aus dem Boden. Ich glaube, der Grund dafür wird schnell klar: Wir wollen uns weiterentwickeln und mehr vom Leben erfahren als nur Konsum, Ego und Materialismus. Das reicht vielen Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr. Wir machen uns auf die Suche nach einem Sinn, der jenseits von „Höher, schneller, weiter“ liegt. Am Ende sind wir schließlich alle (bewusst oder unbewusst) auf der Suche nach einem Sinn – wie auch immer der ausgestaltet ist, bleibt jedem von uns selbst überlassen.

Spiritualität kann uns helfen, einen Sinn in unserem Leben und Handeln zu finden, um ein glückliches Leben zu führen. Es ist nicht etwas, was wir täglich „machen“ können, sondern bedeutet viel mehr, eine innere Haltung einzunehmen. „Innen“ ist hier das Stichwort, denn Glück, Zufriedenheit und Erfüllung werden wir nur in unserem Inneren finden, nicht im Außen. Geld, Konsum, Karriere, Status – all das (und das ist ja keine neue Erkenntnis) machen uns nicht dauerhaft glücklich. Eine innere, spirituelle Haltung können wir in jedem Moment praktizieren und üben. Dabei können u. a. Meditation, Yoga und Dankbarkeitsübungen uns helfen, Zugang zu dieser Haltung zu finden.

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Sir Francis von Verulam Bacon

Spiritual September

Ich werde mich im September mehr mit diesen Themen beschäftigen, weil ich einige Aspekte wie Spiritualität, Meditation und Ayurveda sehr interessant finde. Deswegen steht der September unter dem Motto „Spiritual September“. Zudem möchte ich in diesem Monat meine eigene 30-Tage-Yoga-Challenge starten!

Die großartige Mady Morrison initiiert regelmäßig 30-Tage-Yoga-Challenges, die mich für meine eigene inspiriert hat. Es wird definitiv eine Herausforderung, jeden Tag Yoga zu machen. Besonders interessant wird es Ende September, wenn ich in Irland unterwegs bin. Aber auch hier möchte ich jeden Tag Yoga zu machen…uhhh, das wird sicher nicht einfach, denn ich merke jetzt schon, wie mein innerer Schweinehund gequält aufjault. Aber wenn ich mir diese Priorität setze, wird es schon klappen! Ich bin einfach sehr gespannt, wie sich die Challenge und der „Spiritual September“ allgemein entwickelt.

Wie steht ihr zu dem Thema Spiritualität? Habt ihr damit Erfahrungen gemacht? Oder seid ihr mit Spiritualität noch gar nicht in Berührung gekommen bzw. findet ihr keinen Zugang dazu?

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2 Kommentare

  • Wonderful Fifty

    Liebe Vanessa, da ich mich mit dieser Thematik noch nie wirklich beschäftigt habe, finde ich deinen Beitrag total interessant und auch aufschlussreich. Irgendwie waren da bei mir immer gleich mal Räucherstäbchen und dergleichen im Hinterkopf und das ist nicht so wirklich mein Fall. Daher freue ich mich besonders, dass du dieses Thema jetzt aufgreifst und dies auch noch weiter erforschst. Vielleicht lässt du uns ja auch an deinen weiteren Erfahrungen teilhaben. Diese beiden Zitate sind einfach genial – ich finde es faszinierend, wie da mit ein paar Worten so viel Wichtiges und Wahres vermittelt werden kann.
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe

    • Kulturblazer

      Liebe Gesa,

      das war bei mir auch lange Zeit so, aber seit ich mich etwas mehr damit beschäftige, merke ich, dass viel mehr dahinter steckt. Es geht dabei mehr um eine innere Einstellung und Haltung dem Leben gegenüber statt im Außen Stäbchen anzuzünden. Natürlich können solche Rituale dies noch unterstützen, aber eigentlich ist alles, was wir für ein glückliches Leben brauchen, schon in uns. Ich kann manche Dinge zwar immer noch nicht vollumfänglich und rational fassen, weil ich gelegentlich auch sein sehr kritischer Mensch bin, der dann auch viel hinterfragt, usw. Aber allein die spirituellen Zitate zeigen eigentlich, was wir uns alle wünschen und erreichen wollen, ob wir uns nun als spirituell bezeichnen oder nicht.
      Ein schönes Wochenende wünsche ich dir!

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