Blazer_Knopfleiste
Blazer & Co.,  Trendkultur

Vitamin B(lazer) // Blazer-Scan

Werbung, unbeauftragt.

Der Blazer ist ein Powerkleidungsstück. Er kann jedem Outfit einen ganz bestimmten Boost geben, je nachdem, was für einen Blazer wir wählen. Ein bunt gemusterter Blazer kann einem sonst sehr monochromen Outfit einen fröhlichen, unangepassten Touch geben. Ein scharf geschnittener, hochwertiger schwarzer Blazer kann einem farbenfrohen, wilden Outfit mehr Seriösität und Ruhe verleihen.

Kleidung hat somit immer eine Außenwirkung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Zusammen mit Ausstrahlung und Persönlichkeit kann sie uns helfen, uns für bestimmte Stimmungen oder Anlässe passend zu kleiden, zu fühlen und zu agieren. Mode sendet eine Botschaft nach Außen. Sie kann aber auch uns selbst, die wir sie tragen, ein entsprechendes Mindset verschaffen. Blazer bilden da keine Ausnahme. Wie wollen wir auftreten? Wie fühlen wir uns heute? Elegant, sportlich oder extravagant? Brauchen wir heute einen Powerblazer oder reicht ein entspanntes Modell aus Jersey?

Dieser Blog heißt Kulturblazer, also ist es klar, dass ich mich etwas ausführlicher mit diesem Kleidungsstück beschäftige. Artikel über Blazer finden sich hier und da immer wieder in der Modewelt. So etwa gibt es einen tollen Beitrag über Blazer bei Dorie. In meiner Artikelserie Vitamin B(lazer) gehe ich in die Tiefe: Es dreht sich alles um die Elemente, die einen Blazer in seiner Wirkung beeinflussen. In diesem Post widme ich mich einem Blazer-Scan über die Aspekte, die wir an einem Blazer als Erstes wahrnehmen: Schnitt, Länge, Material, Farben und Muster sowie Passform. Here we go!

Schnitt

Blazerschnitte sind sehr vielfältig. Gerade in den letzten Jahren hat sich der Trend vom klassisch geschnittenen Blazer zu anderen Formen weiterentwickelt. Der klassische Blazer ist leicht tailliert. Solch einen Schnitt hatten sicherlich die meisten von uns schon irgendwann mal am Leib, sei es für Vorstellungsgespräch oder Bewerbungsfotos.

Für den Sanduhr- / Hourglass-Blazer war Balenciaga im Winter 2016/2017 Vorreiter. Die sehr skulpturale Sanduhr-Form der Blazers hat damit einen neuen Trend gesetzt. Die Form zeichnet sich durch einen extrem ausgestellten Schnitt und einer schmalen Taille aus. Zudem sind die Schultern entsprechend angepasst akzentuiert, um die kurvige Form zu unterstreichen.

In die gleiche Richtung, nur etwas gemäßigter, geht der Belted Blazer. Dabei handelt es sich um Blazer, mit durch einen Gürtel in der Taille ebenfalls eine Sanduhr-Form kreiert wird. Diesen Look können wir mit einem länger geschnittenen Blazer und einem Gürtel ganz leicht stylen.

Ein Trend, der sich seit einigen Saisons hält, ist der OversizeBlazer. Zurück aus den 80ern, zeichnet er sich durch eine gerade, kastige Form aus. Er ist wenig bis gar nicht tailliert und in Brust-Schulter und Rückenbereich eher weit geschnitten. Er wird gerne zur Skinnyjeans kombiniert, um einen Ausgleich zu der Weite zu schaffen.

Länge

Kurzblazer, im Extremfall noch über der Taille endend, sind eine schöne Möglichkeit, um bei Kleidungstücken wie Röcken oder Kleidern einen Akzent zu setzen. Bei Röcken und Kleidern können nämlich Blazer, die zu lang geschnitten sind und auf der Hüfte enden, unter Umständen nicht harmonisch wirken. Bei Kurzblazern besteht dieses Risiko nicht,

Ein klassischer Blazer endet in der Regel über der Hüfte oder reicht bis zum Gesäßansatz. Diese Länge findet sich am häufigsten in der Blazer-Welt, weil sie auch im Business-Bereich der Allrounder ist.

Noch etwas mehr Länge gefällig? Dann ist der Longblazer eine gute Idee. Er bedeckt das Gesäß, die Grenze zu einem Kurzmantel kann fließend sein. Dieser Blazer wird oftmals für lässige und sportlich-elegante Looks getragen, z. B. mit Jeans. Viele Oversize-Blazer sind länger geschnitten. Wie bereits erwähnt, eignet sich der Longblazer auch gut, um mit einem Gürtel die Taille zu betonen.

Material

Neben dem Schnitt spielt auch der Stoff des Blazers eine wichtige Rolle. Hier sind der Fantasie quasi keine Grenzen gesetzt, daher gibt es Blazer in sehr vielen Materialien. Jedes Material hat Auswirkung auf den Stil des Blazers und welche Richtung es dem Gesamtlook gibt.

Starten wir mit Denim – ja, richtig, auch Blazer gibt es aus Denim. Tatsächlich bleibe ich bisher lieber bei Jeansjacken statt einen Blazerschnitt zu wählen, aber es hat definitiv Hingucker-Potential.

Auf meiner letzten Wunschkultur vor einiger Zeit ich einen Cord-Blazer im Auge. Und nach wie vor finde ich die Kombination aus Blazer und Cord noch immer reizvoll, gerade in Farben wie Altrosa oder auch Beige. Hier ist es wichtig, den Rest des Looks entsprechend modern und clean zu halten, um trotz des etwas angestaubten Images des Cordmaterials (zu Unrecht wie ich finde, auch wenn es sich irgendwie hartnäckig zu halten scheint, oder?) einen coolen Look zu kreieren.

So wie es Jeansjacken und Jeansblazer gibt, klar, gibt es auch Lederjacken und Lederblazer. Gerade in schwarz können diese weniger rockig wirken als die klassische Lederjacke. Lederblazer können sowohl in Glattleder als auch in Wildleder ein Outfit veredeln. Wichtig ist, auf gute Qualität und Verarbeitung zu achten. Das ist wichtig, damit der Blazer hochwertig aussieht, nicht zu steif wirkt und im schlimmsten Falle sogar unbequem ist. Aktuelle Modelle finden sich in der neuen Kollektion von Tommy Hilfiger x Zendaya, deren Show an diesem ersten März-Wochenende bei der Paris Fashion Week präsentiert wurde.

Mehr Lässigkeit können wir mit einem Jerseyblazer erreichen. Das Material macht ihn äußerst bequem und angenehm zu tragen. In Kombination mit Jeans wirkt er casual. Wenn ihr euch an Blazer herantasten wollt, ist ein Blazer aus Jersey meiner Meinung nach der beste Einstieg. Er lässt sich vielfältig kombinieren, ohne direkt zu schick oder steif zu wirken.

Ein schöner, leichter Wollstoff wie feines Flanell oder andere Wollmixmaterialien sind als Übergang zum Frühling oder auch im Herbst eine schöne Alternative, wenn es für andere Materialien noch oder schon zu frisch ist.

Strukturstoffe wie Tweed sind wie geschaffen für Blazer. Das Material verleiht einem Blazer instant eine gewisse Eleganz und Klassik. Und wo wir bei Klassik sind: Das klassische Tweed-Chanel-Kostüm ist legendär.

Ein weiterer beliebter Strukturstoff für Blazer ist Leinen, gerade im Sommer ein sehr angenehmes und luftiges Material. Daher sind die meisten Blazer aus Leinen auch in Farben wie Beige, Weiß oder hellem Grau gehalten, um diese Leichtigkeit zu unterstreichen.

Auch Baumwolle zählt für mich zu den Sommerstoffen. Gerade in Kombination mit leichten, pastelligen Farben, gerne auch weiß, ist er geeignet. Viele der bereits erwähnten Kurzblazer sind in diesem Stoff gefertigt, um im Sommer einen luftigen und doch schicken Look zu erzielen.

Selbst Seide und Satin werden verarbeitet. Das kann uns schnell an Kimonos oder im schlimmsten Fall Pyjama erinnern. Daher muss hier ein sehr bedachtes Styling her, damit die Extravaganz auch richtig zur Geltung kommt und der Look einen Sinn ergibt. Wenn wir es richtig festlich möchten, nehmen wir einen Pailettenblazer und lassen es krachen!

Farben und Muster

Klassiker der Blazerfarben sind sicher ohne Frage Navyblau (mit ihr soll die Geschichte des Blazers begonnen haben) Schwarz und Grau. Mit diesen Farben können wir nichts falsch machen und haben immer ein Kleidungsstück im Kleiderschrank, das jeden Look aufwertet. Grundsätzlich sind hier aber keine Grenzen gesetzt, ähnlich wie bei den Materialien. Knalltöne wie Rot, Pink und Gelb sind genauso möglich wie Naturtöne: Beige, Weiß oder auch Khaki. Ich selbst besitze ein rotes Modell, das ich heiß und innig liebe. In diesem Sommer werden wir natürlich nicht an der Pantone-Trendfarbe 2019 vorbeikommen: Living Coral. Miranda Kerr zeigt, wie es geht.

Natürlich dürfen neben Farben auch Muster nicht fehlen. Ganz groß gerade: Animalprints. Allen voran finden sich auf vielen Blazern etwa das Schlangenprintmuster oder Leoprints.

Aber auch andere Muster machen sich auf Blazern ausgesprochen gut. Dazu gehören natürlich neben Streifen auch Punkte oder andere geometrische Muster.

Speaking of Muster darf mein All-Time-Favorite hier nicht fehlen! Ihr ahnt es sicher: Karoblazer. Egal ob Glencheck oder Hahnentritt, ich finde Karo und Blazer geht perfekt zusammen. So gut, dass ich der Kombination einen eigenen Beitrag gewidmet habe.

Passform

Kommen wir abschließend zu einem weiteren wichtigen Punkt: Der Passform. Passform is King. Über sie sollte bei Blazern nicht verhandelt werden. Das mache ich auch nicht und wenn der Blazer noch so cool aussieht und es mir noch so schwer fällt. Es nützt am Ende des Looks nichts, wenn ein Blazer nicht richtig sitzt und sich kein Wohlfühlzustand einstellt. Bei einem klassischen Blazer sollte die obere Ärmelnaht mit der Schulter abschließen. Ein Blazer, der im Rücken spannt, wenn wir die Arme vor dem Körper verschränken, sollte eine Nummer größer genommen werden. Die Querfalten braucht nämlich keiner. Außerdem muss man die Arme vorm Körper verschränken können, ohne dass die Rückennaht spannt. Wenn wir die Arme nach vorne ausstrecken, sollte die Ärmel nicht über das Handgelenk reichen, dann ist die Größe passend. Reichen die Ärmel darüber, sollte eine Nummer kleiner gewählt werden.

Fazit

Der Blazer-Scan hat uns jetzt einen Überblick verschaffen, welche Elemente uns bei einem Blazer als Erstes ins Auge fallen. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere Aspekte, die einen Blazer auf eine ganz bestimmte Art auf uns wirken lassen. Auf diese Aspekte werde ich im Verlauf der Artikelserie weiter eingehen.

Wie steht ihr zu Blazern? Habt ihr auch Modelle in eurem Kleiderschrank und wenn ja, welche?

Blogfeed
Bloglovin

Blogverzeichnis - Bloggerei.de

6 Kommentare

  • Dorie

    Ah ich freue mich total, dass mein Blog seinen Weg in deinen Beitrag gefunden hat. Dankeschön 🙂 Der ist auch echt richtig umfangreich geworden. Wird gleich geteilt 🙂
    Liebe Grüße
    Dorie

    • Kulturblazer

      Hi Dorie,

      dein Post ist ja auch richtig schön, da war es für mich keine Frage, dass ich den mit aufnehme! 🙂 Danke dir!
      Ganz liebe Grüße!

  • moabiterpflanze

    Großartiger Artikel! Du hast mich bekehrt! Ich persönlich mochte den Blazer ehrlich gesagt nicht gerne, aber du hast die verschiedenen Varianten und Kombinationen so gut beschrieben, dass ich meine Meinung über den Blazer revidieren musste.

    Super!

    Herzliche Grüße,
    Lea

    • Kulturblazer

      Hi Lea,

      lieben Dank für dein tolles Kompliment! Der Blazer ist auch ein etwas „nischiges“ Kleidungsstück, das man vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hat, wenn man an Mode denkt. Umso mehr freut es mich, wenn es mir gelingt, den Blazer mit der Artikelreihe für den ein oder anderen aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen! 🙂
      Viele Grüße!

  • Lara

    Ach, Blazer sind schon etwas tolles!
    Und irgendwie auch nie aus der Mode…
    Danke für die tollen Beispiele.
    Mein Lieblingsblazer ist übrigens ein rose farbender kurzgeschnittener Blazer.
    Der passt wirklich immer!

    Liebe Grüße
    Lara

    • Kulturblazer

      Hi Lara,

      freut mich, dass dir der Beitrag gefällt!Ich habe eine roséfarbenen Jerseyblazer, den ich auch total liebe, weil er so vielseitig ist 🙂 Ist immer gut, wenn man so ein Allround-Modell im Schrank hat!
      Liebe Grüße,
      Vanessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.