Knopf_Detail
Blazer & Co.,  Trendkultur

Vitamin B(lazer) // Detail-Zoom

Werbung, unbeauftragt.

Nachdem wir den Blazer einem ausführlichen Scan unterzogen haben, sollten die Details nicht auslassen. Daher zoomen wir jetzt ein wenig und stellen den Fokus scharf auf die kleinen Dinge. Details können den Stil eines Blazers stärker beeinflussen, als wir denken. Um die Dinge im Zoom zu betrachten, gehen wir Schritt für Schritt, Kragen für Knopf von oben nach unten vor.

Alles Gute kommt von oben

Kragen

Beginnen wir im oberen Teil und gehen dem Blazer an den Kragen. Es gibt verschiedene Kragenarten, die bei Blazern üblich sind. Am häufigsten ist der Reverskragen zu finden. Dabei gibt es das fallende Revers und das gebrochen steigende Revers. Hier zeigt sich auch nochmal, ob der Blazer gut sitzt: Das Revers sollte ohne Falten aufliegen und nicht abstehen.

Die Übergänge zwischen den einzelnen Reversarten können dabei fließend sein und sind nicht immer unbedingt eindeutig einer Kategorie zuzuordnen. Ein Klassiker, der recht eindeutig zu identifizieren ist, ist der Schalkragen. Dieser ist oft oftmals auch bei klassischen Smokingjacken der Herrenmode gesehen.

Wir können neben den Arten des Revers auch auf die unterschiedlichen Reversbreiten achten. Dabei gilt als Richtlinie, dass Ladies mit breiten Schultern auch ruhig auf breite Revers zurückgreifen können und vice versa. Tatsächlich habe ich selbst Blazer in unterschiedlichen Reversbreiten, da für mich das Gesamtbild der harmonischen Optik zählt. Ich halte nicht viel von Modedogmen. Jedoch denke ich, dass sie uns als Anhaltspunkte in unserem Hinterkopf unterstützen können, gerade wenn wir uns an neue Dinge aus der Mode heranwagen.

Eine weitere Möglichkeit sind Blazer mit Stehkragen. Dieser kann schlicht ausfallen, wie hier bei dem Modell von J. Crew. Es gibt aber auch durchaus exzentrischere Modelle, die dann in der Höhe oder der Ausgestaltung, etwa durch farbliche Absetzung des Kragens oder der Verwendung eines anderen Materials.

Alternativ verzichten wir einfach komplett auf den Kragen und bleiben bei der minimalistischen Version eines kragenlosen Blazers. Hier ist der Ausschnitt dann als Rundhals oder V-Form designt, ganz ohne Revers. Dies findet sich häufig bei leichten Stoffen. Auch gehen viele Kurzmäntel oder Jacken in die gleiche Richtung und haben weder Revers noch Kragen.

Schulterpartie

Ein besonders wichtiges Augenmerk lege ich immer auf die Schulterpartie eines Blazers. Ich finde nämlich, diese Partie macht besonders viel aus bei einem Blazer: Wie ausgeprägt ist die Schulterpartie gearbeitet? Sind die Schultern besonders akzentuiert und gepolstert oder natürlich und schlicht? Was ich zum Beispiel richtig stark finde, sind ausgeprägte Schulterpartien mit Dekorationen wie Nieten oder Kettendetails. Chefdesigner Anthony Vaccarello von Saint Laurent sieht dies offenbar genauso, denn in Show Ende Februar für die Kollektion Herbst/Winter 2019/2020 in Paris waren starke, akzentuierte Schultern eine Konstante.

Die goldene Mitte

Brusttaschen

Auch im mittleren Teil kann der Blazer einiges hermachen. So stellen etwa Details wie Brusttaschen, zumeist nur angedeutet, ein Detail dar. Im College oder auch Preppy-Look werden auch oft Logos oder Embleme, gerne gestickt, verwendet.

Verschlüsse und Knopfreihen

Von den Brusttaschen gehen ein Stück tiefer und landen bei den Verschlüssen eines Blazers. Neben den Modellen, wo lediglich ein Knopf den Verschluss darstellt, gibt es auch die klassische Knopfleiste. Die Knopfleisten sind entweder einreihig oder zweireihig, wobei letztere aktuell besonders hoch im Kurs ist. Besonders wertig sehen hierbei goldfarbene Knöpfe aus. In Kombination mit zwei Knopfreihen haben sie auch immer einen leicht adeligen Touch. Auch Knöpfe aus Horn geben dem Blazer einen edlen Touch. Ich bevorzuge immer Blazer mit Knöpfen bzw. Knopfleisten, sie gefallen mir persönlich einfach besser.

Neben den Knöpfen und Knopfleisten, die sicherlich am häufigsten bei Blazern zu finden sind, gibt es als weitere Verschlussmöglichkeit kleine Metallverschlüsse. In Richtung Kurzmäntel gehen häufig Blazer ohne Verschluss. Gelegentlich finden sich an Blazern auch Knöpfe, die jedoch reine Dekoration sind, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Unabhängig davon, ob die Blazer, die ich besitze, einen Verschluss haben oder nicht: Ich trage sie grundsätzlich immer offen.

Rückenpartie

Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Daher widmen wir uns natürlich auch der Rückenpartie. Sie sollte nicht unterschätzt werden, denn hier zeigt sich bei Bewegung auch, ob der Blazer gut sitzt. Im Rückenteil wird der klassische Blazer oft mit einem kleinen Mittelschlitz versehen, für einen lockeren, leicht ausgestellten Fall, besonders bei taillierten Blazern.

Auch Blazer mit durchgehender Rückenpartie sind keine Seltenheit. Wenn der Blazer gut geschnitten ist und passt, finde ich die Variante oft moderner.

Ärmel

Der klassische Blazer hat in der Regel lange Ärmel. Hier zeigt sich auch nochmal die hohe Bedeutung der Passform: Bei langen Ärmeln sollten sie am Handgelenk enden, dann ist es ideal. Arme verschränken sollte ohne Spannung möglich sein! Wenn ihr auf das Modell von Mos Mosh mit der Rückenpartie achtet oder auch auf das unten stehende Modell, sind häufig noch Knopfleisten am Ärmel zu finden.

Neben der klassischen Variante finde ich auch Blazer mit 3/4-Arm, häufig geschoppt, gerade bei modernen, lässigen Looks sehr gut tragbar.

Der untere Teil des Blazers

Taschen

Von den Ärmeln geht es jetzt zum letzten Part des Blazers. Hier liegt der Fokus vor allem auf die Taschen, die ein Blazer haben kann – oder auch nicht. Einige Modelle weisen nämlich weder Brust- noch andere Taschen auf. Meiner nicht empirisch nachgewiesenen Hypothese nach gibt es jedoch mehr Blazer mit Taschen als ohne. Und wenn Taschen, dann scheinen es meiner Wahrnehmung nach Pattentaschen zu sein, die am häufigsten anzutreffen sind – just a feeling! Sollen wir eine Studie in Auftrag geben?

Neben den empirisch nicht untersuchten Pattentaschen gibt es natürlich noch andere Varianten. Ein Beispiel sind aufgesetzte Taschen.

Gerade bei den Businessmodellen finden sich häufig nur durch eine dezente Paspelierung angedeutete Elemente wieder.

Saumabschluss

Der Abschluss eines Blazer ist immer der Saum, der sich dann auch an Ärmeln und dem Kragen wiederfindet. Gerade bei vielen Blazern aus Strukturstoffen, die an die allseits bekannten Chanel-Tweedkostüme angelegt sind, finden sich oftmals feine Fransen. Der Länge und der Strukturierung sind hier keine Grenzen gesetzt!

Fazit

Und nun – rauszoomen und das Gesamtwerk betrachten. Für mich sind die hier beschrieben Details zwar genauso wichtig wie Schnitt und Stoff des Blazers aus dem Blazer-Scan, aber am Ende zählt aber immer noch die Harmonie des Gesamteindrucks: All diese Aspekte fügen sich im Idealfall zu einem für uns nach unserem Geschmack entsprechendem, schönen Kleidungsstück zusammen, an dem wir lange Freude haben.

Sind euch Details an Kleidungsstücken auch wichtig oder zählt für euch mehr der Gesamteindruck? Habt ihr bestimmte Elemente, die ihr an Kleidungsstücken richtig klasse findet?

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