Reisekultur

Reisejunkie // Wie(so) ich meine Reisen selbst plane

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Reisen ist eine meiner Leidenschaften. Ich lerne gerne neue Kulturen und Menschen kennen. Landschaften. Gerüche. Geschmäcker. Farben. Reisen bedeutet für mich auch immer Wachstum. Weggehen und ankommen. Ich lerne mich selbst auf Reisen immer ein Stück besser kennen, denn ich bin in einem anderen Kontext, einer anderen Umgebung. Von jeder Reise behalte ich ein Stück in mir zurück, jeder Ort prägt einen bestimmten Teil in mir.

“Man muss reisen, um zu lernen.“ – Mark Twain

Seit Jahren plane ich meine Urlaubsreisen selbst. Meinen ersten Urlaub habe ich noch als Pauschalreise im Reisebüro gebucht, aber alle weiteren Reisen danach, wie Jordanien, sämtliche USA-Reisen oder Mexiko wurden auf eigene Faust organisiert. Das bedeute nicht, dass ich nie wieder über ein Reisebüro etwas buchen werde. Aber für die letzten Reisen und den anstehenden Urlaub war Selbstplanung immer die bessere Option für mich.

Wie alles begann

Alles begann mit der Roadtrip die Ostküste der USA, die ich vor einigen Jahren mit meinen Sprachreise in NYC verbunden habe. Hier war es nämlich so, dass bestimmte Kosten von dem Stipendium übernommen wurden, das ich erhalten hatte. Dazu gehörten unter anderem die Flüge. Dabei spielte es keine Rolle, welcher Zeitraum zwischen dem Hin- und Rückflug lagen, solange sie um den Sprachkurs herum gebucht wurden. Das bedeutete, es war unerheblich, ob ich vorher oder hinterher noch in den USA bleiben wollte. Wieso also nicht die Chance nutzen? Ich habe es dann so gemacht, dass ich den Hinflug 1,5 Wochen vor Beginn des Sprachkurses gebucht habe, um mir noch ein wenig von der Ostküste anzusehen, etwa die Niagarafälle und Städte wie Boston, Washington sowie Philadelphia.

Selbst geplant ist schon halb erlebt

Dabei hat sich in den letzten Jahren eine bestimmte Vorgehensweise herauskristallisiert, die ziemlich hilfreich ist, wenn es wieder an die Urlaubsplanung geht. Das macht diese dann auch effizienter, denn eins ist ganz klar: Eine Reise komplett selbst zu planen kostet viel, viel mehr Zeit als ein Besuch im Reisebüro. Das nehme ich gerne in Kauf, denn was ich im Gegenzug dafür bekomme, macht das wieder wett: Ich beschäftige mich bereits im Vorfeld viel intensiver mit meinem Reiseziel. So bekomme ich ein viel besseres Gefühl die Kultur, das Land, die Städte. Zudem steigert es meine Vorfreude und es macht einfach Spaß, sich damit zu beschäftigen.

USA-Roadtrip_Monument_Valley
Monument Valley // Westküste USA

Meine Fernwehliste

Wenn ich mir überlege, wie mein nächster Urlaub aussehen soll, fange ich erstmal bei mir selbst an: Wo wollte ich schon immer mal hin? Ich habe eine Fernweh-Liste mit Ländern, die ich in meinem Leben unbedingt mal bereisen möchte. Diese Länder haben sich auf meinem Lebensweg in mein Herz geschlichen, irgendwann war der Wunsch da, dieses Land oder diese Stadt unbedingt sehen zu wollen. Manchmal kann ich das sogar an bestimmten Ereignissen festmachen.

So wurde mein Traum, New York City zu besuchen – Achtung, Klischeé – durch Sex and the City geboren. Mein Wunsch, nach Bali zu reisen, wurde durch mein Interesse an Yoga und den Fotos und Erzählungen von Freuden über Ubud geweckt. Meine Sehnsucht nach Afrika wird sicher von meiner Liebe zur (Wild-)Tieren verstärkt. Daneben möchte ich auch noch nach Japan, Neuseeland, Kanada oder auch Island reisen. Es gibt einfach so viele wunderschöne Orte auf der Welt!

Inspirationsquellen

Gerne lasse ich mich auch durch Reiseblogs, Fotografien oder Dokumentationen inspirieren. Wenn es sowas wie ein Reiseidol für mich gibt, ist es Farin Urlaub. Er hat schon mehr als 150 Länder bereist und wunderbare Fotografien davon auf seiner Seite Kuroboshi geteilt. Ein Land oder eine Region bereist zu haben, bedeutet für mich, es wirklich gesehen zu haben und nicht ausschließlich 7 Tage im Hotel am Strand gelegen zu haben. Das mag aber für jeden anders sein. Für mich ist die Kombination aus Abenteuer, Erlebnissen sowie Rundreisen und Entspannung, Sich-treiben-lassen und Ruhe die perfekte Mischung!

Bahamas_Nassau
Nassau // Bahamas

Ich habe in einem Gespräch kürzlich erzählt, welche Länder ich gerne noch bereisen möchte, zum Beispiel Kanada. Mein Bekannter wies mich dann direkt auf eine Tatsache hin: „Du warst doch schon in Kanada! Du hast dir auf der kanadischen Seite doch die Niagarafälle angesehen, oder nicht?“ Stimmt –  aber das zählt für mich wahrlich nicht als Reise nach Kanada, obwohl mein Pass einen kanadischen Stempel aufweist. Ich habe schließlich nichts von dem Land, der Kultur oder den Menschen mitbekommen. Aktuell plane ich meinen kommenden Urlaub, der einen Herzenswunsch von mir erfüllt: Indonesien. Ich freue mich wahnsinnig! Es wird eine Rundreise nach Bali, Lombok und die Gilis mit einem Stop-Over in Singapur für drei Tage. Ich bin schon so aufgeregt und voller Vorfreude!

Bali_Reisepass

Das Reiseziel

Die Eckpunkte für jede Reise sind sicherlich: Reisebudget, Reisezeit und Reiseziel. Was davon war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Das Budget oder das Ziel? Die Priorität ist für jeden anders und kann auch von Reise zu Reise unterschiedlich sein. Manchmal müssen wir uns nach einem Budget richten, manchmal gibt der Zeitraum, wo wir uns die Zeit nehmen können und wollen, die ungefähre Richtung der Reise vor. Bei mir war es dieses Jahr die Reisezeit. Aufgrund beruflicher und privater Termine ist Juni für einen längeren Urlaub die beste Option. Mittlerweile weiß ich ganz gut, zu welcher Jahreszeit welche Reiseziele gut passen. So landete ich dann ziemlich schnell bei Bali – und mein Herz schlug schneller.

Bei der Planung von solchen Entscheidungen helfen neben den eigenen Wünschen und Interessen Reiseblogs ungemein weiter. Meine erste Anlaufstelle ist da oftmals Karin mit ihrem Reiseblog „Viel unterwegs“. Ihre Tipps und Informationen finde ich sehr umfassend und bringen mich immer weiter. Reiseforen nutze ich auch, allerdings sind hier sind die Infos meist spezieller und nicht so umfassend gebündelt wie auf den Reiseblogs. Für Indonesien hat mir der Blog Indojunkie sehr viel Input geliefert – den kann ich euch wärmstens empfehlen!

Die Reisezeit

So lese ich auf den Blogs Erfahrungswerte über die Reisezeiten, zu denen die Blogger dort waren. Ich bekomme dadurch immer ein besseres Gefühl dafür, ob sich die Ausnutzung der Nebensaison kosten- und nerventechnisch lohnen würde. Bei vielen Reisezielen macht das es nämlich schon etwas im Budget aus, wenn wir uns nicht für die Peak-Season entscheiden. Das Wetter kann dann trotzdem immer noch bzw. schon wieder passend sein. Flexibilität is king!

Ein Beispiel: Wir haben letztes Jahr Anfang Mai in Mexiko eine Rundreise mit dem Auto gemacht. Mai ist nicht die Hauptreisezeit für Mexiko, da ab Juni offiziell Hurricanesaison ist. Aber das Einzige, was wir davon gespürt haben, waren an drei Tagen kurze, heftige Regenschauer, nach denen sofort die Sonne wieder zum Vorschein kam. Die Temperaturen waren ohnehin sommerlich warm. Von daher war für uns genau die richtige Entscheidung, diesen Zeitraum zu wählen und wir würden es immer wieder so machen.

Campeche_Mexiko_Straße
Campeche // Mexiko

Solch ein Wetterrisiko würde ich bei einem reinen Strandurlaub, etwa auf den Malediven, nicht unbedingt eingehen wollen. Da sitze ich bei Regen im Zweifel nämlich nur im Hotel, denn wirklich viel zu tun es dort ja nicht – und das würde mir nicht so wirklich gut gefallen. Bei einer Rundreise mit vielen Sehenswürdigkeiten und mehr Mobilität aufgrund eines Mietwagens wäre ich risikofreudiger, so wie bei der Mexikoreise.

Das Reisebudget

Ich plane immer mit einem Reisebudget, bei dem ich mir auch eine Spanne bzw. Höchstgrenze festlege. Natürlich könnt ihr auch ohne Budget planen und euch am Ende überraschen lassen, was dabei herumkommt. Solche Überraschungen sind allerdings nichts für mich, zudem ist es für mich auch ein zeitsparender Faktor in der Planung: Wenn ich absehe, dass der Urlaub teurer wird und – was das viel wichtigere Kriterium ist – es mir das nicht wert ist, plane ich um.

Das Budget kann unter anderem ausschlaggebend für das Reiseziel sein.  Eine gute Idee ist immer die Prüfung der bereits angesprochenen Nebensaison, um Geld zu sparen und trotzdem ans Wunschreiseziel zu kommen – je nachdem, wie wetterabhängig das Reiseziel ist. Ich habe noch nie eine Last-Minute-Reise gemacht, daher kann ich gar nicht sagen, ob es immer noch der klassische Spartipp ist. Wir sind bisher immer gut mit einer frühen Planung gefahren, sowohl was Flüge, Mietwagen als auch Unterkünfte angeht.

Für unsere Reise nach Indonesien haben wir nun also schon die Flüge und eine grobe Route rausgesucht. Auf einen Mietwagen verzichten wir für diese Reise, da nutzen wir die Transportmöglichkeiten vor Ort, die es reichlich gibt – wilde Rollerfahrt bestimmt inklusive. In den nächsten Wochen werden wir uns noch weiter damit beschäftigen, was wir sehen wollen, welche Aktivitäten wir machen wollen, wo wir übernachten werden und – ganz wichtig – wo es das beste Essen gibt 🙂

Welche Orte stehen bei euch auf der Fernwehliste? Wie plant ihr eure Urlaubsreisen, habt ihr da Vorlieben? Was sind eure Tipps?

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7 Kommentare

  • Magda

    Ein sehr spannender und hilfreicher Beitrag! Für mich geht es in ca. einer Woche raus aus Europa. Das erste mal in meinem Leben und ich bin schon ein wenig aufgeregt. Mir viel es am Anfang sehr schwer sich für Reiseliteratur zu begeistern, weil es einfach so viele Sachen gibt, aber als mir die ersten Bücher in die Hände fielen, fiel es mir leicht mehr über die Kultur und die Stadt zu erfahren 🙂
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Planen für die Indonesienreise 😉 Und ich hoffe, dass es nach dem Urlaub auch ein paar Beiträge geben wird. Für mich heißt es dann kommendes Jahr hoffentlich wieder raus aus Europa, auch wenn Europa schöne Städte hat 🙂

    Liebe Grüße
    Magda von magdasmomente

    • Kulturblazer

      Hi Magda,
      dann wünsche ich dir ganz viel Spaß, neue Erfahrungen, Eindrücke und Freude! Wohin reist du denn? Von den Städten Europas habe ich auch noch einige auf meiner Fernwehliste, sei es Rom, Wien oder auch Kopenhagen. Reisen ist einfach super! Ich merke auch jetzt wieder, wie sehr ich mich auf Indonesien freue, um dort einfach alles zu genießen, was es zu genießen gibt. Mit deinen Worten: „Neues Entdecken und die Zeit für einen kurzen Augenblick stehen lassen.“ 🙂 Natürlich gibt es darüber auch einen Beitrag und Fotos. Vermutlich muss ich aufpassen, dass es nicht in Instagram-Spam ausartet 😀
      Liebste Grüße an dich!

  • Dorie

    Ohja, ich plane meine Reisen auch immer selbst, da ist die Vorfreude dann schon viel größer!
    Toll, dass ihr nach Indonesien fahrt! Ich liebe das Land so sehr. Vielleicht hast du es eh schon gesehen, aber auf meinen Blog habe ich auch einige Beiträge zu Indonesien 🙂 Vielleicht ist was hilfreiches dabei.
    Liebe Grüße
    Dorie

    • Kulturblazer

      Hi Dorie,
      habe ich schon gesehen, unter anderem auch deine Bali-Packliste. Das ist nämlich der Part, wo ich momentan überlege, wie das alles in den Rucksack passen wird. Ich werde (und will!) mich da schon sehr reduzieren und mich strikt an meine Packliste halten, die ich mir aktuell aus den ganzen Listen, die auf den Blogs so für Indonesien kursieren, zusammenstelle. Hattest du ein Mückennetz dabei?
      Liebe Grüße!

  • Nicole

    Ich bin so wie du: Ich plane im Vorfeld auch alles genau durch und habe bisher alle Reisen auch komplett selbst zusammengestellt. Dadurch spart man dann ja auch schon wieder etwas, weil man ja was Flugzeiten anbelangt und Hotels etwas flexibler ist, als wenn man eine Pauschalreise bucht, wo man da ein Paket geschnürt bekommt. Was ich ja immer liebe ist im Vorfeld zu recherchieren, welche Sehenswürdigkeiten es in der Nähe gibt, was man alles machen kann und dann eine Liste zu erstellen, was ich gerne sehen möchte. Das ist erstmal nur eine Wunschliste, die dann natürlich mit Budget und Zeit abgeglichen wird. So lief das zum Beispiel beim London Urlaub. Ich wollte ja schon länger in die Metropole und habe dann mit einer Freundin einen Studienkollegen von uns dort besucht. Wir hatten dann auch eine Liste mit Dingen, die wir machen möchten. Hatten uns aber auch ein festes Budget gesetzt und dann sortiert, was steht ganz oben, was ist zeitlich machbar, welche Sehenswürdigkeiten davon liegen auch nah beeinander und was fällt erstmal weg und muss halt bei einem weiterne Trip angeschaut werden. Die 6 Tage haben wir dann super genutzt und viel gesehen, aber ohne das es in Stress ausgeartet ist. Das hasse ich nämlich im Urlaub sehr. Auch was Reisen selbst anbelangt bin ich wie du: Ich mag die Kombination aus Abenteuer und Entspannung. Ich könnte nie 10 Tage nur am Strand liegen, weil ich immer auch das Land, die Kultur und die Menschen kennenlernen möchte.

    Dankeschön für das liebe Kompliment Vanessa, das freut mich echt <3. Der Beitrag war für mich auch eine Herzensangelegenheit, weil das Thema mir wichtig ist. Ich bin immer wieder geschockt, wie wenig diejenigen die darüber entscheiden über das Internet und dessen Funktionsweise verstehen. Das bereitet mir immer große Sorgen. Zur Umsetzung heißt es nur: Sie sind ja keine Techniker, das muss dann halt irgendwie funktionieren, obwohl besagte Techniker alle in einem übereinstimmen: Es wird auch in den nächsten 2 Jahren (so lange ist ja Zeit eine verabschiedete Richtline dann auch umzusetzten) keinen Universalfilter geben, der in der Lage ist einzuschätzen bei welchen Inhalten es sich um rechtliche Ausnahmen wie Memes, Zitate etc. handelt. Aber das scheint von den Verantwortlichen dahinter niemanden zu interessieren.

    Für mich beeinflusst es auf jeden Fall meine Wahlentscheidung, gerade was die Europa-Wahl anbelangt. Ich möchte dort einfach Abgeordnete unterstützen, die sich für demokratische Werte einsetzen und meine Sorgen ernst nehmen, nicht mich diffamieren.

  • Wonderful Fifty

    Hallo Vanessa, mit diesem Beitrag rennst du bei mir offene Türen ein und das Zitat von Mark Twain ist ein perfekt. Ich liebe es auch meine Reisen selbst zu planen, stundenlang auf den Reiseblog nach Informationen zu stöbern, meine Wünsche und Vorhaben für ein Reiseziel zusammen zu stellen. Diese Vorbereitungsarbeit gehört für mich schon irgendwie zur Reise und verstärkt einfach die Vorfreude durch die Beschäftigung mit dem Land, der Stadt, der Kultur und den Eigenheiten ungemein. Wie sagt man doch so schön „Vorfreude ist die schönste Freude“ und daher genieße ich diese Stunden mit der Reiseplanung ungemein: wie reise ich an, wie komme ich zur Unterkunft, wähle ich ein Apartment oder ein Zimmer, wie bewege ich mich fort, was mich ich besichtigen und unternehmen, wo will ich essen…. Danke für deinen tollen Beitrag und ich bin schon auf deine Reisebericht gespannt.
    Hab einen wunderbaren Start in die Woche und alles Liebe

    • Kulturblazer

      Liebste Gesa,
      danke für deinen lieben Kommentar! Genau diese Fragen stelle ich mir auch immer und male mir dann auch immer aus, wie ich durch die Straße flaniere oder mir die Sehenswürdigkeiten anschaue und – ganz wichtig – was und wo will ich bestimmte Dinge essen? 😀 Es folgen dazu auf jeden Fall noch Blogposts zur weiteren Planung, es dauert ja nun auch nicht mehr lange zu meiner ersten Asienreise. Apropos Asien: Ich habe auf deinem Blog gesehen, dass du schon in Japan warst für einen Familybesuch. Das steht auch ganz oben auf meiner Fernwehliste! Deine Fotos und dein Bericht über Kyoto: Einfach Wahnsinn!
      Herzlichste Grüße an dich!

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